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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 6,69 von 10 (221x bewertet)
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Lukas (Daniel Brühl) hat vor, in Köln zu studieren. Nachdem er bei seiner Schwester Kati (Anabelle Lachatte) in die WG gezogen ist, merkt er jedoch, dass die Universität nichts für ihn ist. Dennoch bleibt er vor Ort und begibt sich in die Welt von Partys und Drogen. Nach dem Konsum von Halluzinogenen beginnt er, Stimmen zu hören, die ihn verhöhnen und zum Selbstmord drängen. Lukas sucht einen Arzt auf und erhält die Diagnose, dass er an paranoider Schizophrenie leidet. Der Albtraum nimmt seinen Lauf.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Drei Jahre vor „Die fetten Jahre sind vorbei“ drehte Hans Weingartner mit „Das weisse Rauschen“ seinen ersten Spielfilm und qualifizierte sich damit für höhere Aufgaben. Denn das digital gefilmte, mit Dogma 95-Filmen vergleichbare Drama überzeugt trotz seiner Low Budget-Produktion in vielerlei Hinsicht. Die grobkörnigen, realitätsnahen Bilder entwickeln eine bedrückende Atmosphäre, die beispielhaft für die Wirkung deutscher Filme Anfang des Jahrtausends steht. Das reduzierte, aber großartige Spiel von Daniel Brühl trägt dazu bei, dass der Zuschauer in den Bann der beginnenden Psychose des Protagonisten gezogen wird.

Hilflos wie das Publikum muss Lukas mitansehen, wie sein Leben zusehends von Wahnzuständen diktiert wird und allmählich gänzlich außer Kontrolle gerät. Ohne sich auf wissenschaftliche Details einzulassen, fokussiert sich der Film dabei mehr auf die emotionalen Nöte der Hauptfigur und mutet so wie ein Drogen-Trip an, der hinter der Fassade aus anfänglicher Euphorie seine hässliche und zerstörerische Fratze offenbart – und aus dem es kein Entrinnen gibt.

Alle Freunde der seichten Unterhaltung können den Film ohne Umschweife und guten Gewissens auf ihre schwarze Liste setzen. „Das weisse Rauschen“ ist nämlich ungemütliche Kost, die sich tief in die Magengrube gräbt und für längere Zeit Eindruck hinterlässt. Wer hingegen mehr von dieser Sorte verträgt, dem sei darüber hinaus „Requiem“ von Hans-Christian Schmid empfohlen. Der Film schlägt in eine vergleichbare Kerbe und ist nicht minder sehenswert.


Daten:

Deutschland 2002, 106 Minuten, FSK: 12
Regie: Hans Weingartner
Genre: Drama
Darsteller: Daniel Brühl, Anabelle Lachatte, Patrick Joswig, uvm.


Für Fans von:

Die fetten Jahre sind vorbei, Garden State, Lammbock


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.2 von 10
moviepilot.de: 7,1 von 10


Filmzitate:

„Das weisse Rauschen, dass sind alle Vison aller Menschen aller Zeiten in einem Augenblick“

„Wer das weiße Rauschen sieht wird sofort wahnsinnig, außer wenn er schon wahnsinnig ist, dann wird er normal.“



Auszeichnungen:

  • Daniel Brühl wurde für die Rolle mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.



Das weisse Rauschen bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Hans Weingartner:

1993: J-Cam
1995: Der Dreifachstecker
1999: Frank
2004: Die fetten Jahre sind vorbei
2007: Free Rainer – Dein Fernseher lügt