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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,09 von 10 (104x bewertet)
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Der egozentrische Schriftsteller Bernard Berkman (Jeff Daniels) und seine Ehefrau Joan (Laura Linney) kommen nicht mehr miteinander aus und beantragen die Scheidung. Die Familientrennung hat in der Folge unterschiedliche Auswirkungen auf die beiden Söhne Frank (Owen Kline) und Walt (Jesse Eisenberg). Während der 12-jährige Frank zu rebellieren beginnt und Probleme in der Schule bekommt, eifert der zurückhaltende 16-jährige Walt seinem Vater nach und versucht, sich als Intellektueller zu profilieren, um Mitschülerin Sophie zu gefallen. Die Hoffnung der Jungen, dass ihre Eltern wieder zusammenfinden, scheint sich indes nicht zu erfüllen.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wenn ein selbstverliebter Schlauberger-Vater sich mit seiner überdrehten Ehefrau verkracht und die beiden Söhne in der Folge teils abwegige Kompensationshandlungen begehen, stellt sich die Frage, ob das nun witzig sein soll oder doch eher tragisch. Im Falle von „Der Tintenfisch und der Wal“ fällt die Auflösung dieses Rätsels umso schwerer, da sich Regisseur Noah Baumbach weder in rein humoristischen Sphären bewegt noch allein auf tragische Momente setzt. Den Film im Umkehrschluss als tragikomische Mischform zu entlarven, trifft allerdings genauso wenig den Punkt. Um sich der speziellen Atmosphäre des Films anzunähern, ist es unbedingt hilfreich, das bisherige Wirken des Noah Baumbach zu berücksichtigen. Denn ist erst einmal erkannt, dass Baumbach das Drehbuch zu Wes Andersons „Die Tiefseetaucher“ verfasst hat, dürften sich für nicht wenige Cineasten die Nebelschwaden um „Der Tintenfisch und der Wal“ zumindest in weiten Teilen lüften.

Denn ähnlich wie die Anderson-Werke „Die Tiefseetaucher“ oder „Die Royal Tenenbaums“ verweigert sich Noah Baumbachs Film einer endgültigen Kategorisierung und bewegt sich beinahe die gesamte Spieldauer über in einem skurrilen, selbst geschaffenen Raum, der dem Zuschauer ausreichend Interpretationsmöglichkeiten lässt. Im Gegensatz zu Anderson, der sich oftmals am Rande zur Slapstick-Satire bewegt, beharrt Baumbauch allerdings auf der dramatischen Quintessenz der Geschichte und spricht somit insbesondere Cineasten an, die sich für ein skurriles Drama erwärmen können, das nicht zuletzt aufgrund der erinnerungswürdigen Vorstellung von Jeff Daniels eine einzigartige Note aufweist.


Daten:

USA 2005, 88 Minuten, FSK: 12
Regie: Noah Baumbach
Genre: Komödie | Drama
Darsteller: Jeff Daniels, Laura Linney, Jesse Eisenberg uvm.


Für Fans von:

The Tree of Life, Die Tiefseetaucher, Der Eissturm


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,3 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Auszeichnungen:

  • Nominiert beim Oscar-Award 2006 in den Kategorie Bestes Original-Drehbuch
  • Drei Nominierungen beim Golden Globe Awards 2006



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Noah Baumbach:

1995: Kicking and Screaming
2007: Margot und die Hochzeit
2010: Greenberg