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Schriftsteller Gunther (Valentijn Dhaenens) hat mit den Wirrungen des Lebens zu kämpfen und macht dafür seine ungewöhnliche Kindheit verantwortlich. Einst lebte er auf einem heruntergekommenen Bauernhof mit seinem Vater und dessen Brüdern zusammen. Während der Vater zunehmend dem Alkohol verfiel und die Brüder sich ihrer eigentümlichen Vorliebe für Sänger Roy Orbison hingaben, musste Gunther die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens mit sich alleine ausmachen. Unter ständig betrunkenen, sich prügelnden Proleten waren kuriose Verwicklungen zwangsläufig an der Tagesordnung und zwangen Gunther, sich sein ganz eigenes Weltbild zurechtzuzimmern.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Hielt sich rund um die Jahrtausendwende das hartnäckige (und natürlich nicht unbegründete) Gerücht, aus Skandinavien stamme das unterhaltsamste Grotesk-Kino der Neuzeit, konnte sich in den vergangenen Jahren in dieser Hinsicht Benelux in den Vorderund spielen. Dabei übernehmen Belgien und die Niederlande zunehmend in Co-Produktion eine führende Rolle und haben mit „Die Beschissenheit der Dinge“ eine besonders bierfreudige Speerspitze zu bieten. Wenn in Felix Van Groeningens Proleten-Tragikomödie zur trinkfesten Fahrradtour gebeten wird oder sich überzeichnete Vokuhila-Nebenfiguren in abstrusen Kauderwelsch-Dialogen verlieren, bleibt kein Auge trocken – zumindest die meisten nicht. Schließlich dürfte es durchaus so manche Cineasten geben, die mit den Flodder’schen Anwandlungen von „Die Beschissenheit der Dinge“ eher weniger anfangen können.

Jene dürften auch dann nicht vor einem Meinungswechsel stehen, wenn der Film seine eigentlichen Stärken ausspielt. Hinter all dem Proleten-Trash verbirgt sich nämlich ein melancholisch angehauchtes Coming-of-Age-Drama, das in seinen besten Momenten mit hintersinnigen Wahrheiten überrascht. „Die Beschissenheit der Dinge“ ist somit keine bloße Sinnlos-Komödie, sondern vielmehr die niederländisch-belgische Antwort auf all die glattgebügelten Jugend-Dramen der heutigen Zeit. Dass der Film zuweilen gehörig über die Stränge wankt und den einen oder anderen schiefen Ton anschlägt, ist dabei nur zwangsläufig und für jeden interessierten Cineasten zu verschmerzen. Alle anderen können sich beruhigt (und angewidert) von all dem Suff, den Schlägereien und den teils abstrusen Figuren abwenden und ihrer filmischen Wege ziehen. Manche Filme sind eben nicht für jeden gemacht.


Daten:

Belgien/Niederlande 2009, 105 Minuten, FSK: 12
Regie: Felix Van Groeningen
Genre: Komödie | Drama
Darsteller: Johan Heldenbergh, Koen De Graeve, Pauline Grossen, uvm.


Für Fans von:

Absolute Giganten, Trainspotting, Die Kunst des negativen Denkens


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,4 von 10
moviepilot.de: 6,0 von 10
Filmstarts.de: 3,5 von 5


Filmzitate:

„Ich war 13 und ich wohnte an einem merkwürdigem Ort.“

„Es war mir unwiderruflich bestimmt einer von ihnen zu werden.“

„Das echte Leben Brüderchen, das geht erst richtig los mit dem Bumsen.“



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Felix Van Groeningen:

2000: 50CC
2004: Steve + Sky
2007: Dagen zonder lief
2012: The Broken Circle