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Nach dem Tod von Sekretärin Nawal Marwan (Lubna Azabal) vermittelt Notar Lebel ihren Kindern Jeanne (Mélissa Désormeaux-Poulin) und Simon (Maxim Gaudette) zwei geheimnisvolle Briefe. Während Jeanne den ersten Brief ihrem bis hierhin noch unbekannten Vater überreichen soll, erhält Simon die Aufgabe, den zweiten Brief einem weiteren Sohn Nawals zu übergeben. Während Simon zunächst zögert, den letzten Willen seiner Mutter auszuführen, begibt sich Jeanne in den Heimatort ihrer Mutter und bringt Wahrheiten zu Tage, welche die komplexe Familiengeschichte der Marwans aus einem ganz besonderen Blickwinkel beleuchten.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wer es schon einmal – aus welchen Gründen auch immer – mit einem Notar zu tun bekommen hat, der wird wissen, dass es aufregendere Dinge im Leben gibt. Im Falle von „Incendies“ ist Notar Lebel allerdings Ausgangspunkt für eine fesselnde Familiengeschichte, die wesentlich mehr zu bieten hat als etwaige Verwirrungen um falsch abgestempelte Dokumente. Was als klassischer Trauerfall beginnt, entwickelt sich dank der außerordentlichen Qualität des Drehbuches und des Geschicks von Regisseur Denis Villeneuve nämlich zum interessantesten kanadischen Film der vergangenen Jahre. Politische Wirrungen, pikante Familiengeheimnisse und persönliche Tragödien verwebt Villeneuve zu einem stimmigen Ganzen, das sich dramaturgisch auf zwei Zeitebenen bewegt. Zum einen zeichnet der Film nämlich die Recherchen von Jeanne und Simon nach, zum anderen werden die schicksalhaften Lebensjahre Nawals in Rückblenden geschildert und kunstvoll mit der Realität verknüpft.

Da „Incendies“ darüber hinaus eher als konservativ inszeniertes Familien-Drama durchgeht und großen Wert auf emotionale Authentizität legt, dürfte nicht jeder Kino-Freund gleich vor Begeisterung vom Stuhl kippen. Wer sich jedoch für eine realistische, tiefgründige und vor allem virtuos erzählte Familiengeschichte interessiert, wird mit „Incendies“ eine echte Entdeckung machen. Denis Villeneuves kleines Meisterwerk wurde Zeit des Erscheinens schließlich nicht zufällig von Kritikern wie Cineasten in den Himmel gelobt und zählt heute – notariell beglaubigt – zu den besten kanadischen Filmen, die jemals das Licht der Filmwelt erblickt haben.

Daten:

Kanada 2010, 133 Minuten, FSK: 12
Regie: Denis Villeneuve
Genre: Drama | Mystery | Krieg
Darsteller: Rémy Girard, Lubna Azabal, Mélissa Désormeaux-Poulin, uvm.


Für Fans von:

Nader und Simin, In ihren Augen, In einer besseren Welt


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,1 von 10
moviepilot.de: 8,2 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Eine Nominierung bei den Oscars 2011
  • Ausgezeichnet mit dem Don-Quijote-Preis auf dem Tromso Internasjonale Filmfestival 2011



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Weitere Filme von Denis Villeneuve:

1994: REW-FFWD
1998: Der 32. August auf Erden
2000: Maelström
2009: Polytechnique
2013: Prisoners
2013: Enemy