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Der gerade volljährige Malik (Tahar Rahim) muss eine sechsjährige Haftstrafe absitzen und kommt in ein Gefängnis, das unter der Kontrolle des ebenfalls inhaftierten Mafia-Paten César Luciani (Niels Arestrup) steht. Luciani trägt Malik auf, einen Mithäftling zu töten, doch dieser weigert sich zunächst und versucht, sich den Fängen des Mafia-Krieges zu entziehen. Letztendlich gehorcht Malik allerdings doch und wird zum Handlanger Lucianos, der ihm zu ausgiebigen Freigängen verhilft. Während den Stunden außerhalb des Gefängnisses muss Malik jedoch Drogengeschäfte abwickeln und gerät dabei bald zwischen die Fronten der Mafia.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Es soll ja Cineasten geben, die behaupten, dass nach Francis Ford Coppolas „Der Pate“ und den einschlägig bekannten Scorsese-Gangster-Streifen es jedem späteren Mafia-Film an Daseinsberechtigung fehle. Und in der Tat bleibt zu bemerken, dass in der modernen Filmhistorie unzählige Gangster-Filme entstanden sind, denen es entweder an maßgeblicher Qualität mangelte oder die sich vornehmlich als hintersinnigen Genre-Kommentar verstanden haben. Ernstzunehmende, eher klassisch anmutende Mafia-(Gangster-)Filme zu nennen, fällt hingegen beträchtlich schwerer. Wie erfrischend ist es da, dass Regisseur Jacques Audiard Ende des vergangenen Jahrzehnts mit „Ein Prophet“ einen Genre-Ableger ins Rennen geschickt hat, der ohne Wenn und Aber als grundehrlicher Mafia-Film durchgeht, ohne dabei als bloßes Genre-Echo zu verhallen.

Dank des sinngebenden Konfliktes zwischen Korsen und Arabern entwickelt der Film nämlich ein tiefgreifende Wucht, die insbesondere heutigen Hollywood-Machwerken vergleichbarer Gattung völlig abhanden gekommen ist. „Ein Prophet“ ist demnach gerade jenen Cineasten zu empfehlen, die einen harten Mafia-Film sehen wollen, der in seinen allerbesten Momenten wirkt wie eine Mischung aus den körnigsten Zutaten New Hollywoods und französischen Brachialwerken à la „Hass“.

Obwohl „Ein Prophet“ bei den großen Festivals rund um die Welt für Begeisterung sorgte und u. a. in Cannes wichtige Preise einheimsen konnte, zählt der Film zumindest in Deutschland nicht zu den meist beachteten der vergangenen Jahre. Dabei können wir nur empfehlen, beim nächsten Gang in die Videothek nicht leichtfertig an dem modernen Meisterwerk vorbeizugreifen.


Daten:

USA 2009, 150 Minuten, FSK: 16
Regie: Jacques Audiard
Genre: Drama | Krimi
Darsteller: Tahar Rahim, Niels Arestrup, Adel Bencherif, uvm.


Für Fans von:

Hass, Léon – Der Profi, Felon, Sin Nombre


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 7,7 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Wir reißen den Markt an uns. Wir starten richtig durch.“

„Wenn du denkst, wenn du träumst, wenn du lebst dann nur durch mich!“

„Wie machst du das? Was bist du? Bist’n Prophet oder was?“



Auszeichnungen:

  • Großen Preis der Jury bei den Filmfestspiele von Cannes 2009
  • Neun Preise bei der 35. César-Verleihung
  • Bester fremdsprachigen Film bei National Board of Review 2009
  • Eine Nominierung bei den Oscars 2010



Ein Prophet bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Jacques Audiard:

1994: Wenn Männer fallen
1996: Das Leben: Eine Lüge
2001: Lippenbekenntnisse
2005: Der wilde Schlag meines Herzens