Gangsterfilme

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Während das Vorurteil bekanntlich besagt, dass sehenswerte Gangsterfilm-Produktionen einzig den US-Amerikanern und den Asiaten gelingen, zeigt Regisseur Philipp Kadelbach mit seinem Gangsterdrama „Auf kurze Distanz“, dass auch die deutsche Filmlandschaft seinen Beitrag zum Genre leisten kann. Die Story: In Berlin soll Polizist Klaus Roth (Tom Schilling) in eine serbische Gangsterbande eingeschleust werden, die ihr Geld mit manipulierten Sportwetten verdient. Als sich zudem noch die türkische Mafia einmischt, wird es für Roth kritisch. Unsere Meinung: Kein Meisterwerk, aber einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre überhaupt!

Ebenfalls sehenswert 2016 ist das Gangster-Dokudrama „Killing Veerappan“, in dem die Geschehnisse nachgezeichnet werden, die zur Ergreifung des berüchtigten indischen Gangsters Veerappan geführt haben. Somit ist der Film von Ram Gopal Varma so etwas wie der Gangsterfilm-Exot des Jahres und spricht alle Cineasten an, die sich auf großer Entdeckungstour durch das Genre befinden.

An „Triple 9“ scheiden sich hingegen die Kino-Geister. Mit Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Aaron Paul, Woody Harrelson und weiteren Hollywood-Stars verfügt der Cop-Gangsterfilm von John Hillcoat zwar über den wohl namhaftesten Genre-Cast des Jahres. Doch gemessen am Potenzial gehört der Film leider zu den Flops 2016. Die Story um eine Gruppe korrupter Cops kommt zu keinem Zeitpunkt so richtig in Fahrt und lässt „Triple 9“ wesentlich schlechter dastehen als es möglich gewesen wäre. Wir sagen: Schade!

Interessant dürfte 2016 noch Gangster-Thriller „Imperium“ werden, in dem Daniel Radcliffe als verdeckter Ermittler Teil eine terroristischen Vereinigung wird und versucht, die kriminellen Machenschaften aufzudecken. Mit Toni Collette an Radcliffes Seite könnte der Film in diesem Jahr noch hoch hinaus. In jedem Falle wird es spannend zu beobachten sein, wie Radcliffe die Rolle des harten Cops verkörpert. Wir sind gespannt!

DER große Hollywood-Gangsterfilm des Jahres 2015 ist fraglos „Black Mass“. Regisseur Scott Cooper zeichnet darin das Leben des Gangsters James J. Bulger nach, der sich in den 1970er und 1980er Jahren eine goldene Nase mit Drogenhandel und Glücksspiel verdient. Johnny Depp tritt dabei gewohnt schwungvoll als Bulger auf und wird von Kevin Bacon, Benedict Cumberbatch und Peter Sarsgaard flankiert. Größer geht es 2015 definitiv nicht!

Very british geht es hingegen in Brian Helgelands Überraschungshit zu. In „Legend“ steigt das Brüderpaar Kray (beide gespielt von Tom Hardy) zu den berüchtigsten Kriminellen des Empires auf und ziehen mehr und mehr die Aufmerksamkeit von Scotland Yard auf sich. Besonders interessant: Die Mischung aus US-amerikanischen Gangster-Flair und Brit-Atmosphäre.

Für Hartgesottene hat 2015 mit „Infidus“ zudem eine reizvolle Mischung aus Gangsterfilm, Krimi und Drama parat. In Giulio De Santis Film nimmt ein ungleiches Paar den Kampf mit einem kriminellen Snufffilm-Ring auf und sorgt mit seinen explizit bebilderten Gewaltausbrüchen fraglos für Diskussionsstoff. Wir sagen: Mit Vorsicht genießen und nicht für einen harmlosen Filmabend zwischendurch geeignet!

Wesentlich witziger geht bei Robert Rothbards Gangster-Komödie „Pizza with Bullets“ zur Sache. Die Story: Mafia-Boss *hust* Don Vito (Vincent „Big Pussy“ Pastore) glaubt, in einem Pizza-Verkäufer seinen lange verschollenen Sohn wiedergefunden zu haben. Talia („Adrian!!!“) Shire als seine Frau gibt den Sidekick und sorgt für so manche lustige Genre-Spitze. Überhaupt überzeugt die Komödie in erster Linie durch hintersinnige Klischeespielereien und augenzwinkernde Verweise auf die Karrieren der Schauspieler. So gehört 2015 wohl zu den abwechslungsreichsten Gangsterfilm-Jahren des angebrochenen Jahrzehnts und macht bereits Lust auf 2016.

2014 steht ganz im Zeichen des asiatischen Gangsterfilms. Mit „Gangster Payday“, „The Raid 2“ und „Tokyo Tribe“ gehören gleich drei Vertreter aus Fernost zu den Highlights des Genres und sorgen für frischen Wind. Während „The Raid 2“ als Fortsetzung des Überraschungshits „The Raid“ von 2011 vornehmlich auf harte (bis brutale) Martial-Arts-Action setzt und sich atmosphärisch zwischen Gangster- und Actionfilm bewegt, schraubt „Gangster Payday“ die Anzahl der körperlichen Auseinandersetzungen zurück und setzt auf die Dynamik zweier rivalisierender Gangs, die sich um eine Immobilie streiten. Gänzlich eigene Wege geht das Gangster-Musical „Toyko Tribe“, das sich an Klassikern wie etwa „West Side Story“ orientiert und das Genre fraglos an Grenzen führt. Wir sagen: Wer nicht viel mit klassischen Hollywood-Gangsterfilmen anfangen kann, kommt 2014 voll auf seine Kosten.

Geschlafen hat Hollywood aber natürlich dennoch nicht und präsentiert mit „The Gambler“ und „Der Auftrag“ zwei westliche Vertreter des Gangsterfilms. In „The Gambler“ verzockt Mark Wahlberg erst die Kohle seiner Mutter und eines Gangsterbosses und versucht dann, die Größen der Unterwelt gegeneinander auszuspielen. Jessica Lange und John Goodman in weiteren Rollen heben den Film auf weit überdurchschnittliches Niveau. In „Der Auftrag“ nimmt sich John Travolta als Kunstfälscher einen letzten großen Coup vor und überzeugt in der Mischung aus Gangster- und Heistfilm vor allem durch zwischenmenschliche Töne. Einzig die leider etwas misslungene deutsche Synchronisation trübt das Vergnügen, Travolta in einer seiner besseren Rollen der letzten Jahre zu sehen. Wir meinen: Für Genre-Fans in jedem Falle ein Muss! 2014, Gangsterfilm? Läuft!

Absolutes Highlight des Gangsterfilms 2013 ist fraglos „Trance – Gefährliche Erinnerung“. In kühlen wie stilsicheren Bildern zeichnet Regie-Größe Danny Boyle den Weg eines schiefgelaufenen Gemälde-Diebstahls nach. Beim Raub bekommt Protagonist Simon Newton nämlich einen ordentlichen Brummschädel und vergisst in der Folge wichtige Details zum Aufenthaltsort des Bildes. Gangster-Fiesling Vincent Cassel setzt in der Folge alles daran, um Newtons Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Furios!

Wesentlich bleihaltiger geht es in „Gangster Squad“ zu. Die Story: Gangster Mickey Cohen (Sean Penn) macht sich in den 1940er Jahren in Los Angeles breit und ist rücksichtslos dabei, ein wahres Mafia-Imperium aufzubauen. Die Behörden sehen ihre Mittel ausgeschöpft und beauftragen Josh Brolin samt Crew (u. a. Ryan Gosling), um Cohens Truppe mit drastischen Mitteln den Garaus zu machen. Während die erste Hälfte des Films dabei wie ein klassischer Mafia-Film anmutet, geht es im zweiten Teil auch actionmäßig ordentlich zur Sache.

„Only God Forgives“ ist wohl der psychologischste Gangster-Film des Jahres. Regisseur Nicolas Winding Refn schickt Ryan Gosling auf eine persönliche Vendetta, um den Mörder seines Bruders zur Strecke zu bringen. Dabei taucht der Protagonist in schaurige Bilderwelten und symbolische Anspielungen ab, die zum Düstersten gehören, was das Genre 2013 zu bieten hat.

Für die Gangster-Komödie des Jahres zeichnet (wie zuletzt öfter) Robert De Niro verantwortlich. In „Malavita – The Family“ muss ein Ex-Mafia-Boss mit seiner Familie nach Frankreich fliehen und mit den kuriosen Verwicklungen des Zeugenschutzprogramms zurechtkommen. Dass seine Frau und Kinder zudem weiter dem Gangster-Dasein frönen, macht die Eingewöhnung im neuen Zuhause auch nicht unbedingt einfacher. Wir sagen: Die beste Gangster-Komödie seit langer Zeit!

Unser Geheim-Tipp des Jahres heißt „Cold Comes the Night“, in dem Alice Eve einerseits um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpfen und andererseits Gangster Topo (Brian Cranston) dabei helfen muss, einen Batzen Geld wieder zu beschaffen. Dabei ist vor allem Cranstons Darstellung des halbbilden Mafioso einen Filmabend wert! Insgesamt war 2013 also ein mehr als starkes Jahr für Gangster-Filme.