Historienfilme

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2016 steht überraschend eine deutsche Produktion im Mittelpunkt des Genre-Geschehens. „Das Tagebuch der Anne Frank“ erzählt die Lebensgeschichte der Jüdin Anne Frank (Lea van Acken), die zunächst unter behüteten Umstanden aufwächst. Die wachsende Macht der Nationalsozialisten macht sich in ihrer neuen Heimat Amsterdam allerdings bereits in Form von gewalttätigen Übergriffen bemerkbar. Um schließlich der Deportation in ein Konzentrationslager zu entgehen, müssen sich Anne und Teile ihrer Familie unter unmenschlichen Bedingungen verstecken. Die erschütternden Erlebnisse hält sie in ihrem Tagebuch fest.

„The Finest Hours“ erzählt die Geschichte eines in Seenot geratenen Öltankers vor der Küste von Cape Cod. Der während eines Sturms schwer beschädigte Tanker droht die unter Deck arbeitenden Maschinisten in den sicheren Tod zu reißen. Doch die Crew weiß sich mit einem irrwitzigen Plan zu helfen. Das mit Casey Affleck, Ben Foster und Eric Bana stark besetzte Historiendrama überzeugt durch seine eindringliche Inszenierung!

Außerdem können sich Cineasten noch auf „The Promise“ freuen. Der (hoffentlich) noch 2016 erscheinende Film von Terry Goerge erzählt eine Dreiecksliebesgeschichte vor dem Hintergrund des untergehenden Osmanischen Reiches. Mit Christian Bale, Oscar Isaac und Jean Reno sind gleich mehrere Hollywood-Schwergewichte mit am Start, die den Film in höhere Sphären katapultieren könnten.

Unser Flop des Jahres heißt hingegen „Der junge Messias“. Die Bibel-Geschichte um den jungen Jesus, der in seine Heimat Nazareth zurückkehrt und anschließend seine religiöse Bestimmung findet, ist nichts für kritische Cineasten. Neben fragwürdigen Schauspielleistungen stört nämlich vor allem die distanzlose Inszenierung von Regisseur Cyrus Nowrasteh. Wir sagen: Wer missionieren möchte, sollte keine Filme drehen!

Qualität statt Quantität lautet das Genre-Motto 2015. Zwar finden sich in diesem Jahr nur zwei tatsächlich hochwerte Historienfilme. Dafür haben es aber beide in sich.

Regisseurin Sarah Gavron zeichnet in „Suffragette – Taten statt Worte“ die Anfänge der Frauenbewegung in Großbritannien nach. Dabei steht Maud Watts (Carey Mulligan) im Mittelpunkt, die bereits in frühen Jahren mit der sog. Suffragettenbewegung (organisierte Frauenrechtlerinnen) in Kontakt kommt. Schließlich wird sie dazu ermuntert, sich öffentlich für die Einführung des Frauenwahlrechts einzusetzen, was natürlich bei alteingesessenen Politikern nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt. In der Folge trifft sie auf Emmeline Pankhurst (Meryl Streep), die zu einer zentralen Figur der Bewegung wird. Das Drama ist u. a. mit Helena Bonhan Carter und Ben Wishaw bis in die kleinste Nebenrolle glänzend besetzt und gehört genreübergreifend zu den wichtigsten internationalen Produktionen des Landes. Wir sagen: Wer sich für die Geschichte der Frauenbewegung interessiert, findet in „Suffragette“ eine außergewöhnlich detaillierte Aufarbeitung!

Ebenfalls eine weibliche Hauptdarstellerin hat „The Dressmaker – Die Schneiderin“ zu bieten. Die Story: 1950. Tilly Dunnage (Kate Winslet) hat sich in Europa als Modeschöpferin einen Namen gemacht und kehrt nach Jahren der Abwesenheit in ihre australische Heimat zurück. In ihrem Dorf begegnet man ihr zunächst mit Misstrauen. Doch Tilly bringt den Frauen der Umgebung das Nähen bei und sorgt mit kreativen Ideen für frischen Wind in der Gemeinschaft. Doch Tilly ist nicht nur der Mode wegen zurückgekehrt. Ein lange zurückliegendes Unrecht brennt ihr unter den Nägeln. Neben der fantastischen Leistung bietet der Film von Jocelyn Moorhouse zudem einen grandiosen Einblick in das Modeverständnis der 1950er Jahre!

Mit „Noah“ serviert Darren Aronofsky eine gelungene Interpretation der bekannten Bibel-Geschichte. Dabei übernimmt Russell Crowe die Rolle des Noah, der bereits in frühen Jahren mit der Gewalttätigkeit der Menschheit konfrontiert wird. Als sich Noah selbst auf der Flucht befindet, findet er Zuflucht bei Methusalem, der ihm den Bau der Arche ermöglicht. Auch wenn Aronofsky in gröberen Details von der Bibel-Geschichte abweicht (und dafür weltweit angefeindet wurde), dürften kundige Cineasten den Anspruch, einen modernen Bibelfilm zu konzipieren, mit Wohlwollen betrachten.

Russell Crowe steht ebenfalls bei „Das Versprechen eines Lebens“ im Mittelpunkt. Als Hauptdarsteller in seinem eigenen Regie-Debüt spielt Crowe einen Familienvater, der während des Ersten Weltkrieges den Tod seiner drei Söhne verkraften muss. Während seine verzweifelte Frau in der Folge freiwillig aus dem Leben scheidet, macht sich Crowe in die Türkei auf, um die Gräber seiner Söhne ausfindig zu machen. Da trifft es sich gut, dass er bereits in der Vergangenheit Erfahrungen mit Wünschelruten gemacht hat, die ihm auf der Suche behilflich sein können. Wir sagen: Abgesehen von der etwas skurrilen Wünschelruteneinbindung funktioniert der Genre-Film als gelungenes Drama mit historischen Anleihen.

Die zweite große Bibel-Verfilmung liefert 2016 niemand Geringeres als Ridley Scott. In „Exodus: Götter und Könige“ führt Mose (Christian Bale) die Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens und setzt bei der beschwerlichen Reise alles aufs Spiel. Obwohl der Film u. a. noch mit Aaron Paul, Sigourney Weaver und Ben Kingsley aufwartet, kommt das Epos nicht ganz an die früheren Scott-Meisterwerke heran. Sehenswert ist die Interpretation der Bibel-Geschichte aber natürlich alle Male!

Opulent geht es 2013 in „Der Medicus“ zu. Die Story: Bereits als Kind entwickelt der kleine Rob (Tom Payne) die einzigartige Gabe, den Gesundheitszustand eines Menschen einzuschätzen. Da die medizinische Versorgung im 11. Jahrhundert noch nicht sonderlich weit fortgeschritten ist, entwickelt sich Rob bald zum gefragten Mann. Da er sich in frühen Jahren bereits dem windigen Bader (Stellan Skarsgard) anschließt, der ihm neben grundlegenden medizinischen Kenntnissen den einen oder anderen Straßentrick beibringt, weiß er sich später zu helfen. Um im fortschrittlichen Persien studieren zu können, nimmt Rob eine Reihe von Gefahren auf sich.

„Michael Kohlhaas“ erzählt die berühmte Geschichte vom gleichnamigen Pferdehändler nach der Novelle von Heinrich von Kleist. Kohlhaas (Mads Mikkelsen) will seine Pferde dabei auf einem Markt feilbieten. Doch an der Stadtgrenze hält ihn ein Verwalter auf, der die Vorlage eines Passierscheines verlangt. Kohlhaas lässt seine Pferde beim Verwalter zurück und verspricht, jenen Schein zu besorgen. Als er jedoch später zurückkommt, sind die Pferde halb verhungert und sein Knecht in jämmerlichem Zustand. Das will der Händler nicht auf sich sitzen lassen und sucht um juristischen Beistand. Als dieser verwehrt wird, sinnt Kohlhaas auf blutige Rache.

In insgesamt drei Teilen erzählt „Unsere Mütter, unsere Väter“ die Schicksale mehrerer Figuren während des Zweiten Weltkrieges. U. a. muss Soldat Friedhelm (Tom Schilling) mit den Grausamkeiten der Kampfhandlungen umgehen lernen und sieht sich bald in einer moralischen Sackgasse gefangen. Zudem verrichtet Charlotte (Miriam Stein) Dienst als Krankenschwester unmittelbar hinter der Front. Die deutsche Großproduktion gehört zu den absoluten Genre-Größen des Jahres!