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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,30 von 10 (5x bewertet)
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Romeo Aldea (Adrian Titieni) arbeitet in einem rumänischen Städtchen als Arzt und versucht, sich im Gegensatz zu seinen Kollegen nicht in kriminelle Machenschaften verwickeln zu lassen. Sein ganzer Stolz ist seine Tochter Eliza (Maria Dragus), die kurz vor ihrem Schulabschluss steht und gute Chancen besitzt, sich für ein Stipendium in Großbritannien zu qualifizieren. Nach einem tätlichen Überfall kann sich Eliza jedoch nicht auf die Prüfungen konzentrieren und bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Schließlich setzt Romeo alles daran, damit Eliza das Stipendium doch nicht erhält – koste es, was es wolle.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Während das gute alte Hollywood derzeit kaum ein ernstzunehmendes Drama zustande bringt und sich – abgesehen von einigen interessanten Biopic-Abstechern – im fragwürdigen Einerlei der dramatisch angehauchten Action-Komödie suhlt, präsentiert sich das internationale Arthaus-Kino im klaren Gegensatz dazu in glänzender Verfassung. So steht die französisch-belgisch-rumänische Co-Produktion „Graduation“ gewissermaßen sinnbildlich für den Anspruch des modernen europäischen Kinos. Regisseur Cristian Mungiu geht dabei keinerlei Kompromisse ein und entwickelt seinen Film als schwerverdauliches Moral-Dilemma, in dem sich der Protagonist letztlich die Frage stellen muss, ob das Wohl seiner Tochter oder die eigene moralische Integrität ihm näher ist.

Nur leidlich verschleierte politische Zwischentöne bleiben dabei zwar nicht auf der Strecke, treten aufgrund der starken Figuren und des dichten Drehbuches jedoch in den Hintergrund. Die dargestellte allumfassende Korruption hat demnach weniger eine politische als vielmehr plotbildende Tragweite. Wer Essentielles über die politischen Zustände innerhalb Rumäniens erfahren will, ist mit „Graduation“ daher an der falschen Adresse. Wer jedoch ein ehrliches, schweres Drama sehen will, in dem tatsächlich wichtige Identitätsfragen aufgeworfen werden, der hat mit Cristian Mungius Film einen echten Volltreffer auf dem Zettel. Wir sagen: Für Arthaus-Fans ein absolutes Muss.

Cristian Mungiu ist der unangefochtene Star des rumänischen Films. Mit „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ sorgte er im Jahre 2007 u. a. beim Film Festival von Cannes für Jubelstürme und gehört seitdem zu den anerkanntesten Autorenfilmern Europas.



Daten:

FRA, BEL, ROU 2016, 130 Minuten, FSK: Keine Angabe
Regie: Cristian Mungiu
Genre: Drama
Darsteller: Adrian Titieni, Maria Dragus, Vlad Ivanov, uvm.


Für Fans von:

Das weiße Band, Unter dem Sand, Beyond the Hills


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.5 von 10
moviepilot.de: 6.9 von 10
Filmstarts.de: 3.0 von 5


Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung beim Cannes Film Festival.
  • Eine Auszeichnung beim Chicago International Film Festival.
  • Eine Nominierung bei den César Awards.



Weitere Filme von Cristian Mungiu:

2002: Okzident
2007: 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
2012: Jenseits der Hügel