zarkQywyUdI
Bewerte diesen Film
schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,00 von 10 (79x bewertet)
Loading...

Dan (Ryan Gosling) arbeitet an einer Problemschule in New York als Lehrer und versucht, seine aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammenden Schüler für den Unterrichtsstoff zu interessieren. Dass Dan drogenabhängig ist, entdeckt seine Schülerin Drey (Shareeka Epps) zufällig als sie ihn auf der Schultoilette überrascht. In der Folge entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Während Dan versucht, Drey zu einem besseren Leben zu verhelfen, versinkt er selbst allerdings zunehmend im Drogensumpf. Und schon bald ist es sein eigenes Leben, das gehörig aus den Fugen gerät.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wem unvermittelt Coolios „Gangsta’s Paradise“ im Gehörgang zu klimpern beginnt, kann ganz beruhigt die Wattestäbchen beiseitelegen. „Half Nelson“ hat mit „Dangerous Minds“ in etwa nämlich so viel gemein wie – was ein Gag – Michelle Pfeiffer mit „Wunderbare Jahre“. Ryan Flecks Problemschul-Drama konzentriert sich im Wesentlichen nämlich nicht auf das oberflächliche Drumherum, sondern legt den Fokus vornehmlich auf die zwischenmenschliche Beziehung zweier problembehafteter Individuen. Besonderen Reiz erfährt das Drama durch den Umstand, dass der von der Gesellschaft auserkorene Retter selbst errettet werden muss und das soziale Umfeld sein Übriges tut, um die Angelegenheiten zu verkomplizieren.

Wer in „Half Nelson“ auf den übermotivierten Super-Lehrer wartet, der die unterforderten Schüler aus ihrer Lethargie reißt, kann demnach lange warten. Der vermeintlich übermotivierte Super-Lehrer liegt nämlich in der Ecke, raucht Crack und hat seinen Stoff auch noch von einem Bekannten seiner befreundeten Schülerin erworben. Helden werden in „Half Helson“ also kaum geboren – zum Glück. Denn so kann der Film eine Intensität entwickeln, die allen gutmenschlichen Problemschul-Dramen bereits in der ersten großen Pause um die Ohren fliegt. Aber genug der fragwürdigen Wortspiele: „Half Nelson“ können wir allen Cineasten als gelungenen Gegenentwurf zu „Dangerous Minds“ nur unbedingt empfehlen.

Empfehlen aber übrigens denen nicht, die allzu leicht an Motion Sickness „erkranken“. Dank der durchgängig im Film verwendeten wackeligen Handkamera dürfte so manchem Cineasten nämlich das Pausenbrot im Magen rumoren.


Daten:

USA 2006, 106 Minuten, FSK: 12
Regie: Ryan Fleck
Genre: Drama
Darsteller: Ryan Gosling, Shareeka Epps, Jeff Lima, uvm.


Für Fans von:

Die Welle, Coach Carter, Dangerous Minds


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,3 von 10
moviepilot.de: 7,5 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Filmzitate:

„Was hält uns davon ab frei zu sein?“

„Wir sind Sünder aber wir können danach streben gut zu sein.“

„Wie nennt man Leute, die rumballern? Na, Schießbürger!“

„Man kriegt selten eine zweite Chance. Die sollte man dann aber nutzen.“



Auszeichnungen:

  • Zwei Auszeichnungen bei den Internationalen Filmfestival von Locarno 2006
  • Eine Auszeichnung bei dem Festival des amerikanischen Films 2006
  • Eine Auszeichnung bei dem Gotham Award 2006



Half Nelson bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Ryan Fleck:

2004: Gowanus, Brooklyn
2008: Sugar
2010: It’s Kind of a Funny Story