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Die brasilianischen Farmer-Familien Breve und Ferreira leben bereits seit Dekaden in einer blutigen Fehde und haben bereits eine Vielzahl von Angehörigen verloren. Als Ignacio Breve getötet wird, ist es schließlich an Tonho (Rodriguez Santoro), den Tod seines Bruders zu rächen. Nach ausgeführter Tat ist es nun Tonho selbst, der beim nächsten Vollmond die Blutrache der Ferreiras zu erwarten hat. Doch als er sich gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Pacú mit Schaustellern des einheimischen Zirkus anfreundet, entwickelt sich in ihm der unbändige Wunsch, der Fehde zu entfliehen.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Anders als etwa Martin Scorseses Rache-Epos „Gangs of New York“ nimmt sich „Hinter der Sonne” seiner Thematik weniger opulent, dabei allerdings kein Stück weit weniger eindringlich an. In der Einöde des brasilianischen Hinterlandes ist es der in bräunlich schimmernde Bilder getauchte Kampf um Selbstbestimmung und Freiheit, der die eigentliche Qualität des Dramas darstellt. Abseits von ausufernden Gefechten zwischen den verfeindeten Familien entwickelt Walter Salles seinen Film als Coming-of-Age-Kammerspiel unter ganz speziellen Voraussetzungen. Somit steht weniger die verfahrene Situation zwischen den Familien selbst im Vordergrund als vielmehr das metaphorisch zu verstehende, innere Dilemma des Protagonisten, der sich zwischen (blutiger) Familientradition und den Verlockungen des freien Lebens zu entscheiden hat.

Aufgrund fantastischer Schauspieler-Leistungen und der geradezu verstörend-schönen Naturaufnahmen vollbringt es „Hinter der Sonne“, den Zuschauer um das Schicksal des Protagonisten bangen zu lassen, ohne sich dabei plakativer Handhabe zu bedienen. Das anerkannte, im allgemeinen allerdings nicht im Übermaß bekannte Drama ist daher jedem Cineasten ans Herz zu legen, der dann und wann einfach einen richtig guten Film sehen will.

Walter Salles hat sich bis zum heutigen Tage zum Spezialisten für archaisch anmutende Filme gemausert und neben „Die Reisen des jungen Che“ jüngst Jack Kerouacs Kult-Roman „On the Road“ verfilmt. Dass Salles Letzterem nicht im Ansatz gerecht werden konnte, lag allerdings mehr an der literarischen Außergewöhnlichkeit des Stoffes als am mangelnden Talent des brasilianischen Ausnahme-Regisseurs.


Daten:

USA 2001, 105 Minuten, FSK: 12
Regie: Walter Salles
Genre: Drama
Darsteller: José Dumont, Rodrigo Santoro, Rita Assemany, uvm.


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,6 von 10
moviepilot.de: 6,6 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Auszeichnungen:

  • Kleinen Goldenen Löwen Award bei dem Filmfestspiel von Venedig 2001
  • Premio Casa de las Américas Award bei dem Havana Film Festival
  • Eine Nominierung bei den Golden Globes 2002



Hinter der Sonne bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Walter Salles:

1995: Foreign Land
1998: Central Station
2004: Die Reise des jungen Che
2005: Dark Water – Dunkle Wasser
2006: Paris, je t’aime Episode Loin du 16e
2008: Linha de Passe