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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,40 von 10 (286x bewertet)
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Als am 6. April 1994 das Flugzeug des Präsidenten Ruandas abgeschossen wird, eskaliert der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutus und der Tutsi. Brutale Gewaltakte sorgen binnen weniger Tage für eine Vielzahl von Toten und lassen Ruanda in bürgerkriegsähnlichen Zuständen versinken. Hotelbesitzer Paul (Don Cheadle) sieht in Folge der Unruhen das Leben seiner Familie bedroht und kann die Milizen allein durch Bestechung davon abhalten, eine neuerliche Bluttat zu begehen. Schließlich wird Pauls Hotel zum Zufluchtsort für mehr als 1200 vom Tod bedrohte Bürger.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Die Frage, ob Filme über Humanismus zugleich humanistische Filme sind, ist zwar eine durchaus interessante, allerdings auch eine viel zu komplexe, um sie an dieser Stelle erschöpfend zu erläutern. Die Frage, ob „Hotel Ruanda“ an den richtigen Knöpfen dreht, um dem Zuschauer sein fraglos nicht unheikles Thema näher zu bringen, ist hingegen wesentlich einfacher zu beantworten. Die Antwort lautet nämlich schlichtweg: Ja!

Dank eines grandios agierendenden Don Cheadle, welcher der Bürde, eine real existente Persönlichkeit zu mimen, mit der nötigen Gewissenhaftigkeit gerecht wird, verfügt „Hotel Ruanda“ nämlich über die Qualität, um als ernstzunehmendes Zeugnis der Heldentaten des Paul Rusesabagina inmitten einer von menschengeschaffenen Hölle herzuhalten. Obwohl dabei zwar auf die äußeren Umstände des Völkermordes eingegangen und selbst politische Bezüge hergestellt werden, schildert Terry Georges Oscar-prämierter Film die Geschehnisse stets aus den Augen des Protagonisten, der damit unzweifelhaft zum Mittelpunkt der außergewöhnlichen Geschichte wird. Auf blutige Details der unbeschreiblichen Gräueltaten wird ebenso verzichtet, wie auf moralisierende Schuldzuweisungen, die dem Film in diesem Fall natürlich nicht zugestanden hätten.

Geht man soweit und vergleicht „Hotel Ruanda“ mit dem zumindest artverwandten „Schindlers Liste“, könnte man ohne weiteres zum Ergebnis gelangen, dass sich die dargestellte Geschichte des Paul Rusesabagina im Gegensatz zu Spielbergs Film keines fragwürdigen Pathos bedient, um die Tragweite der Geschehnisse deutlich werden zu lassen. Dass es sich bei „Hotel Ruanda“ demnach um einen der wichtigsten Filme des vergangenen Jahrzehnts handelt, muss demnach gar nicht erst weiter ausgeführt werden.


Daten:

USA, Großbritannien, Italien, Südafrika 2004, 121 Minuten, FSK: 12
Regie: Terry George
Genre: Biographie | Drama | Geschichte | Krieg
Darsteller: Don Cheadle, Joaquin Phoenix, Nick Nolte, uvm.


Für Fans von:

Der letzte König von Schottland, Tsotsi, Der Pianist


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,3 von 10
moviepilot.de: 7.7 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Wir sind hier, um den Frieden zu bewahren nicht um Frieden zu schaffen.“

„Das ist ein vier Sterne Hotel und kein Flüchtlingslager.“

„Wenn die Menschen das sehen, werden Sie sagen: „Man wie schrecklich.“ – und dann weiter zu Abend essen.“



Auszeichnungen:

  • Cinema for Peace Award
  • Drei Nominierungen für den Oscars
  • Humanitas-Preis



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Weitere Filme von Terry George:

1998: Die Hölle Vietnams
1996: Mütter & Söhne
2007: Ein einziger Augenblick