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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,21 von 10 (91x bewertet)
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Gerry (Daniel Day-Lewis) gerät in Nordirland ins Fadenkreuz der IRA und begibt sich gemeinsam mit Kumpel Paul nach London. Dort tauchen sie in die Hippie-Szene ein und machen die Bekanntschaft von Carole und Paddy. Nach einem Streit finden sich Gerry und Paul in einem Park wieder als plötzlich zwei in der Nähe befindliche Pubs explodieren. Die beiden werden sofort verhaftet und ohne Anklage ins Gefängnis gesteckt. Kurz darauf geraten auch Gerrys Vater, Carole und Paddy in Gefangenschaft. Für die Wahrheit hinter den Anschlägen scheint sich indes niemand zu interessieren.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Auch wenn „Im Namen des Vaters“ auf den ersten Blick den Anstrich eines klassischen IRA-Dramas zu haben scheint, soll gleich zu Beginn deutlich gemacht werden, dass dem nicht so ist. Denn trotz üblicher Ingredienzien wie „Irland“, „Explosionen“ und „Terrorismus“ reiht sich Jim Sheridans Film nicht in die Riege nichtssagender IRA-Krimis ein, sondern nutzt die wahre Geschichte der sog. „Guildford Four“, um ein allgemeingültiges wie realitätstreues Bild einer Gesellschaft zu zeichnen, die – von Paranoia getrieben – keiner objektiven Gerechtigkeitsfindung mehr fähig ist. Mit schier angsteinflößender Präzision zeigt der Film auf, wie eigentlich unschuldige Einzelpersonen aller Möglichkeiten beraubt werden, sich gegen ein unerbittlich vorgehendes System zur Wehr zu setzen.

Assoziationen zur Real-Dystopie bleiben da nicht zufällig und verstärken den zusätzlich durch das großartige Spiel von Daniel Day-Lewis befeuerten Schock-Effekt für das Publikum. Obwohl „Im Namen des Vaters“ aus heutiger Sicht vor allem in dramaturgischer Hinsicht etwas angestaubt wirkt und seine 90er-Herkunft nur unzureichend verbergen kann, ist das Thriller-Drama für alle Cineasten empfehlenswert, die von einem Film über die Auswirkungen der IRA mehr erwarten als irische Terror-Klischees der ersten Stunde.

Obwohl der Film auf der Autobiographie von Gerry Conlon basiert, darf „Im Namen des Vaters“ nicht als dokumentarische Aufarbeitung der Geschehnisse angesehen werden. Im Zuge der dramaturgischen Gestaltung wurden nämlich sowohl Personen als auch einzelne Ereignisse verändert, zusammengefasst oder schlicht weggelassen.


Daten:

USA, Irland, Großbritannien 1993, 133 Minuten, FSK: 12
Regie: Jim Sheridan
Genre: Biography | Drama | Thriller
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Pete Postlethwaite, Emma Thompson, uvm.


Für Fans von:

Tödliche Versprechen, König der Fischer, Die Asche meiner Mutter


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,1 von 10
moviepilot.de: 7,7 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • 7 Nominierungen bei den Oscars 1994
  • Ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale 1994



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Jim Sheridan:

1989: Mein linker Fuß
1990: Das Feld
1997: Der Boxer
2002: In America
2005: Get Rich Or Die Tryin‘
2009: Brothers
2011: Dream House