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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,06 von 10 (72x bewertet)
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Schauspieler Johnny (Paddy Considine) wandert gemeinsam mit seiner Ehefrau Sarah (Samantha Morton) und den beiden Kindern Christy (Sarah Bolger) und Ariel (Emma Bolger) in die USA aus und erhofft sich ein besseres Leben. Doch die Familie kommt nur in einem heruntergekommenen Haus unter und kämpft um das finanzielle Überleben. Während der vom Tod seines kleinen Sohnes traumatisierte Johnny versucht, eine Arbeitsstelle zu ergattern, haben seine Töchter in der Schule einen schweren Stand. Und als die Mädchen sich mit dem zwielichtigen Mateo (Djimon Hounsou) anfreunden, wird Johnny auch nicht gerade glücklicher.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Nicht erst seit „Little Miss Sunshine“ zeichnet sich der in der Breite ablesbare Trend ab, die Thematik des Familien-Dramas zu entschärfen und mit humoristischen Unterfütterungen aufzupeppen. So werden suizidale Tendenzen, Depressionen und überraschende Todesfälle in der modernen Ausrichtung des Subgenres gerne Mal auf die leichte (weil nicht ernstzunehmende) Schulter genommen, um gar nicht erst in den Verdacht zu geraten, zu gefühlsduselig anzumuten. Eine heitere Tragikomödie verkauft sich schließlich auch besser als ein tatsächlich ernstes Drama. Regisseur Jim Sheridan dürfte derlei Überlegungen im Jahre 2002 allerdings kaum interessiert haben.

„In America“ ist nämlich keine locker-flockige Familien-Dramödie um kauzig-liebenswürdige irische Einwanderer, sondern ein in vollem Umfang ernst gemeintes Drama. Denn der Vater hat bedeutsame Probleme, die Mutter auch und die Kinder ebenso. Es dürfte daher nur besonders stoische Cineasten verwundern, dass der Film zu jedem Zeitpunkt eine gewisse Schwere ausstrahlt, die heutzutage gerne einmal fälschlich als fehlende Leichtigkeit bezeichnet wird. „In America“ setzt gezielt auf (dem Thema angemessene) Sentimentalitäten und überzeugt sowohl in der dramaturgischen Herleitung als auch in der schauspielerischen Umsetzung. Wer hier über den lustigen Demenz-Opa lachen will, ist demnach fehl am Platze. Viel eher gibt der Film auf überdurchschnittlichem Niveau die Gelegenheit, die eine oder andere ehrliche Träne zu verdrücken. Fans eher konservativ inszenierter Familien-Dramen dürfte es freuen.


Daten:

Irland, Großbritannien 2002, 101 Minuten, FSK: 12
Regie: Jim Sheridan
Genre: Drama
Darsteller: Paddy Considine, Samantha Morton, Randall Carlton, uvm.


Für Fans von:

Im Namen des Vaters, The Darjeeling Limited, Synecdoche New York


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Publikumspreis auf dem High Falls Film Festival und dem AFI Fest 2003
  • Nominiert in einer Kategorie bei den Oscars 2004
  • Beste Kamera und bester Nebendarsteller sowie vier Nominierungen bei den Independent Spirit Awards



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Jim Sheridan:

1989: Mein linker Fuß
1990: Das Feld
1993: Im Namen des Vaters
1997: Der Boxer
2002: In America
2005: Get Rich Or Die Tryin‘
2009: Brothers
2011: Dream House