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Folk-Sänger Llewyn Davis (Oscar Isaac) schlägt sich mit Gelegenheitsgigs durch und schläft die meisten Nächte bei Bekannten auf dem Sofa. Als die Frau (Carey Mulligan) eines seiner Wohltäter von ihm schwanger wird, gerät Davis’ Leben vollends durcheinander. Schließlich begibt er sich mit Jazz-Musiker Roland Turner (John Goodman) auf einen Trip nach Chicago, um dort endlich sein Glück zu finden. Doch der Traum von einer großen Musik-Karriere scheint sich auch in der Großstadt nicht zu erfüllen. Bald stellt sich die Frage, was er mit seinem Leben tatsächlich anfangen will.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Obwohl Ethan und Joel Coen längst zu den ganz Großen unter Hollywoods Größen zählen, passen die Filme des Bruderpaares auf den ersten, zweiten und selbst dritten Blick gar nicht so recht ins Hollywood-Schema. Ob legendäre Klassiker wie „Fargo“ oder moderne Meisterwerke wie „No Country for Old Men“ – ein echter Coen ist bei aller Massentauglichkeit am Ende dann irgendwie doch auf eine ganz eigene Weise abseitig. So auch die Tragikomödie „Inside Llewyn Davis“, in der ein wenig erfolgreicher Musiker in den 60er Jahren auf Sinnsuche geht und dabei auf einen ganzen Haufen Coen-typischer Charaktere trifft, die sich stets am Rande zum Grotesken bewegen, ohne dann tatsächlich plakativ grotesk zu sein. So wie die vom Schicksal und eigener Unzulänglichkeit gebeutelten Figuren bewegt sich auch der Humor in satirisch angehauchten Zwischenräumen, die am Ende mehr grundlegend als beispielhaft für das Coen-Werk im Allgemeinen und für „Inside Llewyn Davis“ im Speziellen sind.

Dabei kommt es nicht zuletzt auf den Zuschauer selbst an, in welche emotionale Richtung sich jene Zwischenräume öffnen. Je nach Empfindung und Empfindsamkeit bieten sich Interpretationsmöglichkeiten, ob der Film nun eher eine traurige Verlierer-Ballade ist oder doch mehr aberwitziges Abenteuer mit verquerer Situationskomik. So oder so: „Inside Llewyn Davis“ beweist, dass die Coens nach dem im Vergleich eher nüchternen „True Grit“ nichts von ihrer so faszinierenden ambivalenten Weltsicht eingebüsst haben und mit den Jahren nur immer größer und größer werden und selbst die wirklich ansehnlichen Ecken Hollywoods mittlerweile um Längen überragen.


Daten:

USA 2013, 105 Minuten, FSK: 6
Regie: Ethan und Joel Coen
Genre: Drama | Music
Darsteller: Oscar Isaac, Carey Mulligan, Justin Timberlake, uvm.


Für Fans von:

Once, Crazy Heart, Walk the Line, Blues Brothers


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,6 von 10
moviepilot.de: 8,0 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Großer Preis der Jury bei dem Film Festival in Cannes 2013
  • Eine Nominierung bei dem Film Festival in New York 2013
  • Zwei Nominierungen für den Oscar 2014



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Ethan Coen und Joel Coen (Auszug):

1996: Fargo
1998: The Big Lebowski
2000: O brother, where art thou?
2001: The Man Who Wasn’t There
2003: Ein (un)möglicher Härtefall
2004: Ladykillers
2006: Paris, je t’aime
2007: No Country for Old Men
2008: Burn After Reading
2009: A Serious Man
2010: True Grit
2013: Inside Llewyn Davis