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Paul (Matthias Schweighöfer) arbeitet als Rettungsassistent in einem Krankenwagen. Gemeinsam mit Fahrer Fido (Jan Gregor Kemp) erlebt er die kleinen und großen Katastrophen, die sich tagein, tagaus abspielen. In seinen Träumen wird er von einer geheimnisvollen Frau heimgesucht, die er in Gestalt der hochschwangeren November (Jessica Schwarz) zu erkennen glaubt. Er verliebt sich in sie und kann sie schließlich für sich gewinnen. Als November kurz davor steht, ihr Kind auf die Welt zu bringen, wollen sie Paul und Fido ins Krankenhaus fahren – und kommen von der Straße ab.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Der deutsche Film ist nicht gerade für Traditionen bekannt. Fritz Lang und ein paar Autorenfilmer aus den 1970ern werden den meisten wohl einfallen. Wim Wenders, Werner Herzog und andere, die heute zu den weltweit renommiertesten Filmschaffenden aus deutschen Landen zählen. Im Schatten dieser Schwergewichte brach sich Ende des vergangenen Jahrtausends allerdings beinahe unbemerkt eine eigene Spezies Bahn, deren künstlerische Identität bis heute in der aktuellen deutschen Kinolandschaft Nachwirkung zeigt.

Regisseure wie Christian Petzold oder Hans-Christian Schmid riefen den sog. jungen deutschen Film ins Leben, zu dem eben auch Hendrik Hölzemanns Debüt „Kammerflimmern“ zu zählen ist. Dabei ist der Film fraglos als einer der interessantesten Vertreter seines speziellen (inoffiziellen) Genres zu betrachten. Dank eines hervorragenden Matthias Schweighöfers, der als Paradeschauspieler des jungen deutschen Films weiß, wie es geht, entwickelt der Film eine einzigartige Atmosphäre, die „Kammerflimmern“ zu etwas Besonderem werden lässt.

Dass sich Filme des jungen deutschen Films abseits des Mainstreams bewegen, sollte sich von selbst verstehen. Die reduzierte Bildsprache dürfte daher selbstredend nichts jedermanns Sache sein. Der Film ist demnach vor allem denjenigen zu empfehlen, die sich für kreatives deutsches Kino interessieren, ohne Gedanken an deutsche Filme wie „Der Untergang“ im Hinterkopf. Gemeinsam mit „Das weisse Rauschen“, in dem mit Daniel Brühl ein weiterer Protagonist des jungen deutschen Films die Hauptrolle spielt, bietet sich ein Film-Abend an, der ganz im Zeichen einer Bewegung steht.


Daten:

Deutschland 2004, 100 Minuten, FSK: 12
Regie: Hendrik Hölzemann
Genre: Drama | Romanze
Darsteller: Matthias Schweighöfer, Jessica Schwarz, Volker Spengler, uvm.


Für Fans von:

Was nützt die Liebe in Gedanken, Solino, Ein Freund von mir


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,1 von 10
moviepilot.de: 5,4 von 10
Filmstarts.de: 2 von 5


Filmzitate:

„Hast du schon mal jemanden getroffen und hast das Gefühl gehabt, dass Du diese Person schon ein Leben lang vermisst? So als hättest Du alles nur geträumt und dann wachst Du endlich auf?“

„Zwischen 14 und 15 hab ich mich die meiste Zeit im Auto versteckt. – Weil ich gefunden werden wollte.“

„Gott ist ein sadistisches Schwein, Liebling, und er belauscht uns die ganze Zeit. Und wenn wir jemandem sagen, dass wir ihn lieben, dann nimmt er ihn uns weg, weil er sich zu Tode langweilt da oben.“



Auszeichnungen:

  • Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Darstellerin und Bester Nachwuchsschauspieler
  • Deutscher Kamerapreis in der Kategorie Schnitt Fernsehfilm an Patricia Rommel
  • Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Schnitt an Patricia Rommel
  • Film+ Schnitt Preis in der Kategorie Schnitt Preis Spielfilm an Patricia Rommel



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