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Regisseur Paul Haggis (Drehbuch zu Million Dollar Baby) erzählt in seinem Oscarprämierten Episodenfilm die Geschichten verschiedenster Bewohner von Los Angeles. Hat jeder einzelne davon mit seinem eigenen Schicksal zu kämpfen, porträtieren die oftmals auf Zufall basierenden Begegnungen untereinander das allgemeingültige Bild einer latent rassistischen und von Vorurteilen geprägten Denkweise, welche die Charaktere – trotz aller Unterschiede – vereint und in ihrem Handeln bestimmt.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Beinahe unendlich viele Beispiele zeigen es auf: Es scheint unmöglich zu sein, einen schlechten Episodenfilm zu drehen. Ob Robert Altmans „Short Cuts“, Paul Thomas Andersons „Magnolia“ oder „Bobby“ von Emilio Estevez – all diese Filme haben das gewisse Etwas, das kaum einen Zuschauer gähnend aus dem Kino flüchten lässt. Ob es daran liegt, dass die dem Episodenfilm zugrunde liegenden harten Szenenwechsel der Langeweile entgegenwirken oder der Zuschauer wegen dem Auftreten einer Vielzahl von bekannten Schauspielern eher der Meinung erliegt, dass er mehr für sein Geld erhält, ist wohl keine Frage, die sich zu stellen lohnt.

L.A. Crash nämlich ist zwar in jener Hinsicht kein unüblicher Episodenfilm, allerdings umgibt ihn die kaum fassbare Aura des Besonderen. Mehr sanft und in deskriptiver Art und Weise baut sich das Geflecht rund um verwurzelten Rassismus und Voreingenommenheit gegenüber allen einem selbst zwielichtig erscheinenden auf, ohne jedoch zu weich und damit zu trivial zu wirken. Kaum ein vergleichbarer Film hat es bisher vermocht, sich seiner vorgenommenen Thematik in derartiger Ausgeglichenheit zu nähern, dass es beinahe nur möglich erscheint, „L.A. Crash“ zu mögen, ohne gänzlich ausmachen zu können, warum eigentlich. Hier nämlich sind alle Episoden eins und fügen sich als solches ins Gedächtnis. Es ist demnach kein Wunder, dass eben Paul Haggis’ Produktion 2006 den Oscar gewann und nicht die – zweifelsfrei ebenfalls großartige – Literatur-Biographie „Capote“ mit Philip Seymour Hoffman in der Rolle seines Lebens.


Daten:

USA, Deutschland 2004, 110 Minuten, FSK: 12
Regie: Paul Haggis
Genre: Gangster-Drama
Darsteller: Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, uvm.


Für Fans von:

11:14 – elevenfourteen, Babel, 21 Gramm


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 7,3 von 10
Filmstarts.de: 9 von 10


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Auszeichnungen:

2006: Oscar für den besten Film, den besten Schnitt und das beste Original-Drehbuch


Weitere Filme von Paul Haggis:

2007: Im Tal von Elah
2010: 72 Stunden – The Next Three Days