phjL9bP28FE
Bewerte diesen Film
schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 5,99 von 10 (102x bewertet)
Loading...

Marcel Marx (André Wilms) hat seinen Traum, als Schriftsteller zu Ruhm und Reichtum zu gelangen, längst aufgegeben und schlägt sich in seiner neuen Heimat Le Havre als Schuhputzer durch. Zufällig trifft er auf den kleinen Idrissa, der sich als illegaler Einwanderer im Hafenviertel aufhält. Kurzentschlossen nimmt Marcel den Jungen bei sich auf und versucht, ihm die Reise nach London zu seiner Mutter zu ermöglichen. Doch aufgrund seiner schwierigen finanziellen Situation muss Marcel ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um das nötige Geld auftreiben zu können. Indes verbirgt Marcels Ehefrau ein schmerzliches Geheimnis.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Im Grunde bedarf es nicht vieler Worte, um den Charakter und die Qualität von „Le Havre“ auf den Punkt zu bringen. Der tragikomische Film ist nämlich ein waschechter Kaurismäki und fügt sich mit gebotener Leichtigkeit in die Filmographie des finnischen Kult-Regisseurs. Trockener Humor, komplexe Figuren und bis zum Rand der Satire ernst gemeinte Handlungsabläufe bilden das gewohnt-unterhaltsame Fundament, auf dem Aki Kaurismäki seine Werke fußt und auf dem auch „Le Havre“ seinen mehr als sicheren Stand weiß. Mit André Wilms hat der Film zudem einen Hauptdarsteller zu bieten, der kaum geeigneter für die Rolle des gescheiterten, aber dennoch zufrieden vor sich hin lebenden Marcel Marx sein könnte. Wilms unaffektierte Ausstrahlung verleiht dem Protagonisten nämlich eine Kaurismäki-typische Kauzigkeit, welche der Beziehung zwischen dem Literaten-Schuhputzer und dem gestrandeten Flüchtlings-Kind eine natürlich-bedeutungsvolle Note verleiht. „Le Havre“ ist somit weder bloße Komödie noch bierernstes Flüchtlingsdrama, sondern bewegt sich im ureigenen Kaurismäki’schen Raum, in dem das Tragische, die Komik und das Dramatische zu einem unvergleichlichen Gemeinsamen finden.

Dass „Le Havre“ ein Muss für alle Kaurismäki-Fans ist, versteht sich von selbst. Doch auch Neu- und Quereinsteiger dürften mit dem Film einen guten Fang machen. Im Gegensatz zu früheren Werken wie etwa „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ muten die modernen Filme des Finnen trotz aller Eigenheiten nämlich längst nicht mehr so sperrig an.


Daten:

Finnland, Frankreich, Deutschland 2011, 93 Minuten, FSK: 0
Regie: Aki Kaurismäki
Genre: Komödie | Drama
Darsteller: André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin, uvm.


Für Fans von:

Moonrise Kingdom, Dogville, Cheyenne


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,3 von 10
moviepilot.de: 6,8 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Auszeichnungen:

  • Auszeichnung bei den Filmfestspielen von Cannes 2011
  • Auszeichnung bei dem Münchner Filmfest 2011
  • Auszeichnung bei dem Chicago International Film Festival 2011



Le Havre bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Aki Kaurismäki (Auszug):

1987: Hamlet macht Geschäfte
1988: Ariel
1989: Leningrad Cowboys Go America
1993: Total Balalaika Show
1994: Leningrad Cowboys Meet Moses
1996: Wolken ziehen vorüber
1999: Juha
2002: Der Mann ohne Vergangenheit
2006: Lichter der Vorstadt