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Ben Sanderson (Nicolas Cage) ist ein hoffnungsloser Alkoholiker. Seine Karriere als Drehbuchautor ist gescheitert und auch sein Privatleben liegt längst in Scherben. Letztendlich fasst er den Entschluss, nach Las Vegas zu reisen, um sich zu Tode zu trinken. Dort angekommen, lernt er die Prostituierte Sera (Elisabeth Shue) kennen, die ebenfalls ein trostloses Leben fristet. Beide verbindet bald eine zarte Freundschaft, die allerdings nichts an Bens Entschluss verändert. Mit jedem weiteren Tag verschlechtert sich sein Zustand, bis schließlich auch Sera einsehen muss, dass Ben endgültig mit dem Leben abgeschlossen hat.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Man stelle sich vor, Nicolas Cage habe erst zwei Filme in seiner Karriere gedreht, nämlich „Adaption“ und „Leaving Las Vegas“. In dieser Vorstellung wäre Cage einer der interessantesten Charakterdarsteller Hollywoods und beinahe jeder Cineast würde mit Spannung auf seinen dritten Film warten. Dass die Realität allerdings ein wenig anders aussieht, weiß man nicht erst seit „Ghost Rider“. Unbestritten bleibt jedoch, dass Mike Figgis’ Trinker-Drama zu den echten Highlights der modernen Filmgeschichte gehört. Bis zur Schmerzgrenze unsentimental breitet sich nämlich der hoffnungslose Abgrund des Protagonisten aus, der sich trotz der aufkeimenden Liebe zu Sera um Verstand und Leben trinkt.

Dabei kommt der Film gänzlich ohne Suff-Romantik aus. Vielmehr steht der Schmerz und die Todessehnsucht der Hauptfigur im Vordergrund, was den Film zu einem düsteren Ungetüm werden lässt. Demnach ist das Werk auch nur etwas für Film-Interessierte, die etwas mit der verstörenden Atmosphäre anfangen können. Ein sich zu Tode trinkender Alkoholiker dürfte nämlich so manchem eher zartbesaiteten Zuschauer auf den Magen schlagen.

Wer sich von Cages Oscar-prämierten Leistung begeistern lassen kann, dem sei darüber hinaus der Ur-Vater des Trinker-Dramas ans Herz gelegt. „Das verlorene Wochenende“ von Billy Wilder wirkt aufgrund seines Alters (1945) auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen zahmer als „Leaving Las Vegas“, portraitiert die Selbstzerstörung seines Protagonisten allerdings mit vergleichbarer Rigorosität.


Daten:

USA 1995, 107 Minuten, FSK: 16
Regie: Mike Figgis
Genre: Drama | Romanze
Darsteller: Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands, uvm.


Für Fans von:

L.A. Crash, Lost in Translation, Half Nelson, Gegen die Wand


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,6 von 10
moviepilot.de: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„Also in LA, ja, da ist mir mal der Schnaps ausgegangen, und der Laden hatte bereits zu weil ich vergessen hatte, auf die Uhr zu sehen.“

„Du wirst mich nie… niemals davon abbringen, dass ich trinke, verstehst du?“

„Nettes Gespräch, trink ruhig weiter. Zwischen deinen unzähligen Atemzügen und der Alkoholfahne rutschen dir zwischendurch in all deinem Gelalle ganz interessante Worte raus.“



Auszeichnungen:

  • Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller
  • Golden Globe Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller
  • Independent Spirit Awards in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin, Bester Featurefilm, Beste Regie und Beste Kamera



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Weitere Filme von Mike Figgis (Auszug):

1992: Mr. Jones
1994: Schrei in die Vergangenheit
1999: Miss Julie
2000: Timecode
2001: Hotel
2003: Cold Creek Manor – Das Haus am Fluss
2003: Red, White and Blues