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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,31 von 10 (198x bewertet)
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Nachdem Fred Madison (Bill Pullman) und seine Ehefrau Renée (Patricia Arquette) ein Paket finden, in dem ein Videoband ist, auf dem zu sehen ist, wie jemand durch ihre Wohnung schleicht, bekommen es beide mit der Angst zu tun. Bald erhält Fred ein weiteres Band, das zeigt, wie er seine Frau ermordet. Infolgedessen wird Fred des Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt. In seiner Zelle leidet er unter quälenden Träumen, bis die Wärter am Morgen darauf schließlich den jungen Pete (Balthazar Getty) in Freds Zelle vorfinden.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wie die kurze Inhaltsangabe bereits klar machen dürfte, handelt es sich bei „Lost Highway“ nicht um einen normalen Film. David Lynchs eindringlichstes Werk schert sich nicht viel um Konventionen und folgt seiner ganzen eigenen, literarisch anmutenden Dramaturgie. Denn spätestens wenn Fred sich in Pete verwandelt, geht die vernunftmäßige Stringenz über Bord und wird durch eine albtraumhafte Meta-Ebene ersetzt, deren düster-unheimliche Atmosphäre „Lost Highway“ zu einem der beiendruckendsten Filme der modernen Filmgeschichte werden lässt.

Demnach stehen auch weder die Story noch die handelnden Figuren selbst im Vordergrund, sondern zielt der Film vielmehr auf das Unterbewusstsein des Zuschauers ab, der – lässt er sich denn darauf ein – geradezu auf einen Trip in die unheimliche Welt aus Gewalt, Verwirrung und Finsternis getrieben wird. Und damit ist auch schon geklärt, dass der Film wahrlich nicht für ein breites Publikum geschaffen ist. Denn wer sich an einer regellosen Story aufhält und eher weniger mit den verstörenden Abgründen anfangen kann, die „Lost Highway“ unmittelbar zu einem filmgewordenen Albtraum machen, der sollte einen Haken um den Film und das Gesamtwerk von David Lynch schlagen.

Wer bisher noch nie mit David Lynch in Kontakt getreten war und durch „Lost Highway“ auf den Geschmack gekommen ist, dem seien neben seinem virtuosen Kinodebüt „Eraserhead“ u. a. noch „Mullholland Drive“ und „Inland Empire“ empfohlen. Allerdings macht es Sinn, zwischen den Filmen ausreichend lange Erholungsphasen einzulegen. So ein Lynch-Erlebnis wirkt nämlich gehörig nach.


Daten:

USA, Frankreich 1997, 134 Minuten, FSK: 16
Regie: David Lynch
Genre: Drama | Horror | Mystery | Thriller
Darsteller: Bill Pullman, Patricia Arquette, Balthazar Getty, uvm.


Für Fans von:

Mulholland Drive, Oldboy, Donnie Darko, Memento


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,6 von 10
moviepilot.de: 8,2 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„Ich erinnere mich an die Dinge lieber auf meine Art“

„Das eben tut mir leid, Pete. Aber zu dichtes Auffahren, das ist ne Sache, die kann ich nicht tolerieren.“

„Im Osten, im fernen Osten wird ein Mann, wenn er zum Tode verurteilt ist an einen Ort geschickt, wo es kein Entkommen gibt. Er weiss nie wann der Henker hinter ihn tritt … und ihm eine Kugel in den Hinterkopf feuert.“

„Ich schwör dir, ich liebe das Mädchen abgöttisch. Wenn ich jemals erfahren würde, dass irgendjemand mit ihr was anfängt, würde ich die Kanone ziehn und sie ihm so tief in den Arsch rammen, dass sie ihm aus dem Mund wieder rauskommt. „



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Weitere Filme von David Lynch (Auszug):

1977: Eraserhead
1986: Blue Velvet
1990: Wild at Heart
2001: Mulholland Drive – Straße der Finsternis
1999: The Straight Story
2010: Lady Blue Shanghai
2011: The 3 Rs