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Die kleine Mary lebt in den 70er Jahren in einem australischen Vorort. Mit ihrer alkoholkranken Mutter und ihrem in einer Fabrik arbeitenden Vater verbindet sie kein besonders inniges Verhältnis. Um nach einem verwirrenden Gespräch mit ihrem Onkel herauszufinden, wie in den USA Kinder geboren werden, schreibt sie einen Brief an den zufällig ausgewählten in New York lebenden Max. Der scheue Max schreibt ihr schließlich in der ihm eigenen Art zurück und findet in Mary bald eine gute Freundin, obwohl ihre Brieffreundschaft über die Jahre hinweg den verschiedensten Unwägbarkeiten trotzen muss.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wenn klumpig-knuffige Knet-Figuren im Stop-Motion-Verfahren in akribischer Kleinstarbeit zum Leben erweckt werden, schlagen normalerweise Kinderherzen höher. Im Falle von „Mary und Max“ sollte man es sich allerdings zweimal überlegen, ob man den Filius zum Filmabend dazuholt. Denn trotz der herzlich wirkenden Animationen bleibt Adam Elliots Film ein zutiefst trauriges Drama, das alle zartbesaiteten Cineasten vor allem zu Anfang vor eine unerwartete Gefühlsprobe stellen dürfte. Die außerhalb des sozialen Gefüges stehenden Hauptfiguren haben das Mitleid des Zuschauers nämlich gleich von der ersten Minute an auf ihrer Seite und werden dementsprechend vorwiegend in emotionalen Situationen in Szene gesetzt. Die außerordentliche Qualität von „Mary und Max“ besteht nämlich darin, dass der Film dank seines trauriges Witzes eine berührende Atmosphäre zu erzeugen imstande ist, wie selbst fleißige Cineasten es selten erlebt haben dürften.

Wer sich bisher weder mit Animations-, Stop-Motion- oder Zeichentrickfilmen anfreunden konnte, dem sei „Mary and Max“ ganz besonders ans Herz gelegt. Adam Elliots Meisterwerk verfügt nämlich über das Potenzial, um voreingenommene Film-Freunde in Zukunft etwas differenzierter mit Animations-, Stop-Motion- oder Zeichentrickfilmen umgehen zu lassen. Denn nicht jeder Film, in dem keine menschlichen Schauspieler am Werk sind, ist gleich unbedeutender Kinderkram ohne Tiefgang. Manchmal braucht es eben nur den richtigen Film zur richtigen Zeit, um genau dies am eigenen Leibe zu erfahren.


Daten:

USA 2009, 96 Minuten, FSK: 12
Regie: Adam Elliot
Genre: Zeichentrick | Komödie | Drama
Darsteller: Toni Collette, Philip Seymour Hoffman, Eric Bana, uvm.


Für Fans von:

Coraline, Der fantastische Mr. Fox, Wallace & Gromit


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,2 von 10
moviepilot.de: 8,5 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Es gibt doch nichts schöneres, dachte sich Mary als den Geruch eines nassen Hahns.“

„Meine Lieblingsfarbe ist braun und mein Lieblingsessen ist gezuckerte Kondesmilch und mein zweites Lieblingsessen ist Schokolade.“

„Zigarette konnen natrülich nicht unter Wasser brennen, außerdem haben Fische keine Taschen um Feuerzeuge reinzustecken.“



Mary und Max bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Adam Elliot:

1996: Uncle
1999: Mein Cousin
2000: Mein Bruder
2003: Harvie Krumpet