Midnight in Paris

Eines soll direkt vorweg erwähnt sein: Man muss weder Hemingway-Experte noch anerkannter Dali-Kritiker sein, um mit „Midnight in Paris“ seinen Spaß zu haben. Wer sich allerdings so gar keinen Begriff von Hem und Co. machen kann und bei „Lost Generation“ an die Fortsetzung einer bekannten US-Serie denkt, der wird nur bedingt auf die atmosphärische Schippe springen können, mit der Woody Allen amüsante Klischees, kreative Anspielungen und verklärte Erinnerungen hervorbuddelt. Denn wenn der Film als liebevolle Hommage an die golden-kreativen Jahre des Paris der 20er Jahre zu begreifen ist, bleibt es ein unverrückbares Faktum, dass der eingeweihte Zuschauer von seiner etwaigen Weihung profitiert.

Dennoch spricht der Film aufgrund seiner dosierten Anspielungen ein breites Publikum an und funktioniert ebenso als romantische Komödie mit dem gewissen Etwas. Als Mainstream-Hollywood-Produktion stützt sich der Film dabei auf sein exzellent konzipiertes Drehbuch, das es auf mehrgleisigen Bahnen dem Zuschauer überlässt, auf welchem Weg der Film sein Wirkung entfaltet. Zwischen „Woody-Allen-Film“, „Romantische Komödie“ und „Hintersinnige Hommage“ ist demnach alles geboten.

Obwohl Woody Allen heutzutage immer noch zu den renommiertesten US-amerikanischen Regisseuren zählt, liegen die größten künstlerischen Erfolge des schusseligen Genies fraglos schon einige Jahre zurück. Mit „Midnight in Paris“ hat Allen nun allerdings bewiesen, dass es kein klischeehaftes neurotisches Durcheinander braucht, um ein exzellentes Woody-Werk auf der ganz großen Leinwand bestaunen zu können.




Daten:

USA 2011, 94 Minuten, FSK: 0
Regie: Woody Allen
Genre: Komödie | Romanze
Darsteller: Owen Wilson, Rachel McAdams, Michael Sheen, uvm.


Für Fans von:

Whatever Works, Das Labyrinth der Wörter, Saint Jacques … Pilgern auf Französisch


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
moviepilot.de: 7,5 von 10


Filmzitate:

“So eine Stadt gibt es kein zweites Mal auf der Welt.”

“Ich werd heut Abend wohl wieder eine kleine Wanderung machen.”

“Ich bin ein einer, sehr verwirrenden Situation.”



Auszeichnungen:

  • Auszeichnung in der Kategorie Bestes Drehbuch für Woody Allen bei den Broadcast Film Critics Association Awards 2012
  • Auszeichnung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für Woody Allen bei den Writers Guild of America Award 2012
  • Auszeichnung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für Woody Allen bei den Oscars 2012



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Weitere Filme von Woody Allen (Auszug):

1999: Sweet and Lowdown
2005: Match Point
2007: Cassandras Traum
2008: Vicky Cristina Barcelona
2009: Whatever Works – Liebe sich wer kann
2010: Ich sehe den Mann deiner Träume
2012: To Rome with love