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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,96 von 10 (98x bewertet)
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Nachdem sich eine Grundschullehrerin in ihrem Klassenzimmer erhängt hat, stellt sich der aus Algerien stammende Bachir Lazhar (Mohamed Fellag) bei der Schulleitung vor, um die freie Stelle zu übernehmen. Ohne seine näheren Lebensumstände zu prüfen, übergibt die Direktorin Bachir die Leitung der Klasse. Nach anfänglichen Problemen kommt Bachir immer besser mit seinen Schülern aus, zudem gelingt es ihm, seinen wegen des Selbstmordes traumatisierten Schülern Trost zu spenden. Doch Bachirs offener Umgang mit der Thematik findet nicht bei allen Eltern Anklang. Und schon bald stellen sich unangenehme Fragen nach seiner Vergangenheit.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wenn sich Lehrer in Filmen vor ihre neue Schulklasse stellen und ihren Namen an die Tafel kritzeln, ist das obligatorische Cineasten-Zähneknirschen nicht weit. Lehrer-Schüler-Dramen stehen nämlich nicht unbedingt im allgemeinen Ruf, authentische Parabeln auf faktische Realitäten zu sein. Und tatsächlich wirkt auch „Monsieur Lazhar“ im ersten Moment wie ein übliches Lehrer-Schüler-Drama, in dem sich ein unkonventionell ein- und aufgestellter Lehrer die Sympathien seiner Schüler erkämpfen muss. Anknüpfende Vorurteile verlaufen dann aber wohltuend geräuschlos im Sand. Regisseur Philippe Falardeau beweist im Verlauf seines Films nämlich ein Fingerspitzengefühl, das selbst im nicht fingerspitzengefühlarmen frankokanadischen Film durchaus eine Ausnahme darstellt.

In Kombination mit dem feinfühligen Spiel von Mohamed Fellag entwickelt sich so eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl dosierten Sentimentalitäten als auch leisem Witz den nötigen Nährboden bietet. Dass „Monsieur Lazhar“ zudem politische Relevanz für sich beanspruchen kann, sollte dann auch letzten Skeptikern deutlich machen, dass der Film nicht in einer Reihe mit fragwürdigen Lehrer-Schüler-Dramen zu nennen ist. Denn auch wenn rassistische Ressentiments und die Problematiken in Algerien nur angeschnitten werden, nimmt der Film die Leiden seiner Figuren zu jedem Zeitpunkt ernst, ohne sie als plakative Allgemeinplätze der Lächerlichkeit preiszugeben. Cineasten können sich demnach auf ein intelligentes frankokanadisches Kleinod freuen, das wesentlich länger in Erinnerung bleiben wird als der Name eines irgendwelchen Aushilfslehrers.


Daten:

Kanada 2011, 94 Minuten, FSK: 12
Regie: Philippe Falardeau
Genre: Comedy | Drama
Darsteller: Mohamed Fellag, Sophie Nélisse, Émilien Néron, uvm.


Für Fans von:

Die Klasse, Die Kinder des Monsieur Mathieu, Lang lebe Ned Devine!


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 8,3 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Filmzitate:

„Seit du bei uns bist sind wir 50% mehr Männer.“

„Um die Kleinen mache ich mir sorgen. Sie erwecken den eindruck als wären sie groß. Sie sprechen allerdings, wie Kinder.“

„Das hier ist eher ne Matsch-Stadt oder so.“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei dem Filmfestival Locarno 2011
  • Eine Nominierung bei den Oscars 2012
  • Eine Auszeichnung bei dem Internationalen Film Festival Innsbruck 2012



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Philippe Falardeau:

2008: Ich schwör’s, ich war’s nicht!
2013: The Good Lie