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John May (Eddie Marsan) arbeitet für eine Behörde in London, die sich um die Beerdigung vereinsamt verstorbener Menschen kümmert. May geht dabei sehr gewissenhaft zu Werke und erledigt seine Arbeit stets akkurat. Dennoch fällt seine Arbeitsstelle dem Rotstift zum Opfer und May macht sich daran, seinen letzten Fall zu bearbeiten. So begibt er sich auf die Reise, um mögliche Verwandte des verstorbenen William Stoke ausfindig zu machen. Bald trifft er auf Stokes Ex-Affäre Mary und Tochter Kelly (Joanne Froggatt), welche unangenehme Wahrheiten über den Toten zu berichten haben.

Es gibt diese Filme, die kennt jeder, ohne dass sie ein Jeder tatsächlich gesehen hat. Filme, deren Promotion-Walze im Vorfeld der Veröffentlichung alles und jeden unter sich begräbt – ob interessierter Cineast, Filmkenner oder gelangweilter Börsen-Heini. „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ ist keiner dieser Filme. Ob das allein am sperrigen deutschen Titel liegt oder doch an fehlenden PR-Millionen, bleibt unklar. Klar ist: „Still Life“ (englischer Titel) ist ein Film für Cineasten, die einen etwas genaueren Blick auf die aktuelle Filmlandschaft werfen und auf Entdeckungen aus sind, die fernab von TV- und Internet-Werbung ihr filmisches Dasein fristen. Und der geneigte Filmfan weiß natürlich, dass genau hier die eigentlichen Perlen zu finden sind. So ist es keine Überraschung, dass Umberto Pasolinis kleine Geschichte über die Einsamkeit des menschlichen Lebens ein Highlight des modernen europäischen Kinos darstellt und eingeweihte Cineasten weltweit zu Tränen rührt.

Bei allen eingestreuten tragkomischen Einlagen hat „Still Life“ nämlich vor allem eines zu bieten: Traurigkeit. Die handelnden Figuren sind einsam, vom Leben gewissermaßen abgeschnitten und auf sich allein gestellt. Wenn also Eddie Marsan als John May ein ums andere Mal als einzige Person an der Trauerfeier eines Verstorbenen teilnimmt, offenbart der Film offenkundig seine Philosophie. Es gibt Menschen, die leben und sterben für sich. Wir sagen: Ein Film für Entdecker. Für die eine oder andere Träne alleine vor dem Fernseher.


Daten:

US/IT 2013, 92 Minuten, FSK: 12
Regie: Uberto Pasolini
Genre: Drama | Komödie
Darsteller: Eddie Marsan, Joanne Froggatt, Karen Drury, uvm.


Für Fans von:

Schräger als Fiktion, Lars und die Frauen, Chinese zum Mitnehmen


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.4 von 10
moviepilot.de: 7.3 von 10
Filmstarts.de: 3.5 von 5


Auszeichnungen:

  • Der Film wurde für vier Auszeichnungen nominiert und gewann zudem 16 Preise.