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Im Regiedebüt von Marcus Mittermeier macht es sich Ex-Philosophiestudent Mux (Jan Henrik Stahlberg) zur Aufgabe, auf eigene Faust für Recht und Ordnung zu sorgen. Ob Schwarzfahrer, Raser oder Graffiti-Sprayer – wer gegen die Regeln verstößt, wird von Mux auf seine ganz eigene Art und Weise bestraft. Von seinem Handlanger Gerd Grabowski (Fritz Roth) auf seinem Kreuzzug unterstützt, schwingt er sich – im Doku-Stil – zum (immer selbstgerechten) Richter über das Handeln seiner Umwelt auf, wenngleich niemand ihn dazu berufen hat.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Das Studium der Geisteswissenschaften ist so eine Sache. Entweder man wird ein von Selbstmitleid zerfressener Taxifahrer oder man verfällt dem Wahn, alles besser zu wissen und machen zu können als alle anderen. Mux hat keinen Job bei einem Taxiunternehmen – soviel dazu. Wenn sich der selbsternannte Weltverbesserer auf die Lauer legt, um den über die Stränge schlagenden Alltag in die Schranken zu weisen, dann ist es zwar in erster Linie für den Zuschauer absurd-komisch, zumal Mux nicht davor zurückschreckt, seine Bestrafungen einen latent anarchischen Anschein machen zu lassen, jedoch ist es vor allem Mux selbst, der mehr eine tragische Figur abgibt, als idealtreue Heldengestalt zu sein. Denn je mehr er sich dem vermeintlichen Unrecht mit aller (In-)Konsequenz entgegenstellt, verwickelt er sich umso widerspruchsvoller in den Untiefen seines eigenen Charakters, so dass er bald selbst nicht mehr weiß, was anwendbares Recht und bloßes Ideal voneinander unterscheidet.

Nähert sich der Film diesem Dilemma zwar auf recht plakative Art und Weise, ist es doch vor allem der dokumentarische Stil und das lebensnahe Spiel Stahlbergs, was dem Film eine glaubhafte Präsenz verleiht. Übersieht man leichthin kleinere Schwächen in der Plotentwicklung, gehört „Muxmäuschenstill“ zweifellos zum Interessantesten, was das „junge deutsche Kino“ in den letzten Jahren hervorgebracht hat – und das mit einem Budget von gerade einmal 40.000 Euro.


Daten:

Deutschland 2004, 89 Minuten, FSK: 16
Regie: Marcus Mittermeier
Genre: Drama | Satire
Darsteller: Fritz Roth, Jan Henrik Stahlberg, Dieter Dost, uvm.


Für Fans von:

Free Rainer, Die fetten Jahre sind vorbei, Herr Lehmann


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,1 von 10
Filmstarts.de: 3,5 von 5


Filmzitate:

„Ich bin kein Held, denn jedes Land hat die Helden, die es verdient. Michael Schumacher ist ein Held, weil er schnell um die Kurve fahren kann und keine Steuern zahlt. Armes Land.“

„Nichts wäre jetzt leichter als in dich einzudringen.“



Auszeichnungen:

  • Muxmäuschenstill gewann den Max-Ophüls-Preis 2004 in 4 Kategorien



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Marcus Mittermeier:

2009: Short Cut to Hollywood
2009: Der Staatsanwalt