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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,30 von 10 (56x bewertet)
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Einst spielten Neil (Joseph Gordon-Levitt) und Brian (Brady Corbet) gemeinsam in einer Kinder-Baseballmannschaft. Während Brian sich über die Jahre hinweg zu einem psychisch labilen jungen Mann entwickelt hat, verdingt sich Neil in der heimischen Kleinstadt als Stricher und versucht auf diese Art, den sexuellen Missbrauch, den er als Kind erleiden musste, zu verarbeiten. Während Neil schließlich versucht, an der Seite seiner besten Freundin Wendy (Michelle Trachtenberg) in New York Fuß zu fassen, kommt Brian in seiner Heimatstadt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das beide für immer verbindet.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Pädophilie, sexueller Missbrauch und Prostitution. Was sich anhört, wie der reißerische Untertitel einer Dokumentation über die sozialen Missstände eines irgendwelchen Problembezirks, beschreibt in Wahrheit das thematische Umfeld von Gregg Arakis „Mysterious Skin“. Selbstredend wird deutlich, dass es sich weder um eine aufgeblasene Hollywood-Produktion noch um einen melancholisch-luftigen Coming-of-Age-Film handeln kann. Araki, als Experte für die nicht ganz so mainstreamigen Angelegenheiten, präsentiert mit „Mysterious Skin“ demnach ein kleines, unangenehmes, aufwühlendes Drama, das in so mancher Szene weit über die Grenze üblicher Sehgewohnheiten hinausreicht. Neben der explizit ausgeführten Gewaltdarstellung sorgt allerdings nicht zuletzt das Abseitige, Unausgesprochene und Zwischenzeilige für die eindringlichsten Momente des Films.

Trotz der durchaus provokant-plakativen Inszenierung steht für Araki nämlich allein das Psychogramm der Protagonisten im Mittelpunkt. So beanspruchen die kompensatorische Selbstzerstörung Neils auf der einen und die zurückhaltende Selbstreflexion Brians auf der anderen beide Seiten der Medaille und stellen den gewöhnlichen Cineasten auf diese Art und Weise vor eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Denn wenn Araki die einzigartige Qualität zugesprochen werden muss, die unsäglichen Leiden seiner Protagonisten differenziert offenbar werden zu lassen, dann kann durchaus die Rede davon sein, dass im Gegenzug auch der Cineast – ob es ihm passt oder nicht – die eine oder andere Qualität an den Tag legen muss, um das kleine Meisterwerk in seiner tiefgreifenden Komplexität erfassen zu können.


Daten:

USA, Niederlande 2004, 105 Minuten, FSK: 16
Regie: Gregg Araki
Genre: Drama
Darsteller: Brady Corbet, Joseph Gordon-Levitt, Elisabeth Shue, uvm.


Für Fans von:

Little Children, Requiem for a Dream, 50/50 – Freunde fürs ÜberLeben


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,7 von 10
moviepilot.de: 8,1 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Ausgezeichnet mit dem Jury Award bei dem Bergen International Film Festival
  • Ausgezeichnet mit dem MovieZone Award bei dem Rotterdam International Film Festival
  • Zweimal Golden Space Needle Award bei dem Seattle International Film Festival



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Gregg Araki (Auszug):

1992: The Living End
1993: Totally Fucked Up
1995: The Doom Generation
1997: Nowhere
2007: Smiley Face
2010: Kaboom