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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,11 von 10 (57x bewertet)
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Nader (Peyman Moadi) und seine Ehefrau Simin (Leila Hatami) leben gemeinsam mit Tochter Termeh in Teheran, hegen jedoch unterschiedliche Ansichten, wie es mit der Familie weitergehen soll. Während Simin darauf drängt, das Land zu verlassen, will Nader seiner Heimat nicht zuletzt aufgrund seines pflegebedürftigen Vaters nicht den Rücken kehren. Nach einem Streit zieht Simin aus und Nader stellt die aus armen Verhältnissen stammende Razieh als Haushaltshilfe ein. Doch die ist mit der täglichen Arbeit überfordert – und bald nehmen die Probleme für alle Beteiligten Überhand.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Mal abgesehen davon, dass die iranische Filmlandschaft aufgrund der vorherrschenden politischen Verhältnisse zu den interessantesten weltweit gehört, haben es persischsprachige Filmperlen in den vergangenen Jahren immer häufiger vollbracht, auch international für Aufsehen zu sorgen. Dass Asghar Farhadi als Regisseur, Autor und Produzent von „Nader und Simin – Eine Trennung“ Oscar, Golden Globe und Goldenen Bären einheimsen konnte, spricht in jedem Falle für sich. Dennoch können wir den Film nicht durch die Bank jedem Cineasten ans Herz legen. Schließlich stehen die Protagonisten in „Nader und Simin“ einem existenziellen Problem nach dem anderen gegenüber, so dass sich der unbedarfte Cineast rasch überfordert fühlen dürfte.

Die herausragenden Darstellerleistungen und die beinahe schon klaustrophobischen Effekte der Kameraarbeit lassen die Verwicklungen nur umso eindringlichere Wirkung erzielen und geben kaum Raum zur zwischenzeitlichen Erholung. Der Film ist demnach ein alles andere als leicht verdauliches Drama und zerrt beinahe in jedem einzelnen Moment der ca. 120 Minuten Spielzeit an den Fähigkeiten zur Konzentration und Empathie des Zuschauers. Kino-Interessierte, die nur eben mal einen schnellen Blick darauf werfen wollen, wie denn so ein preisgekrönter iranischer Film aussieht, werden daher kaum Zugang zur außergewöhnlichen Relevanz des Werkes finden. Cineasten allerdings, die sich bewusst auf die schmerzlichen Verwicklungen eines unerbittlich-ehrlichen Dramas einlassen können, werden in „Nader und Simin“ das iranische Meisterwerk erkennen, das es unzweifelhaft ist.


Daten:

Iran 1998, 123 Minuten, FSK: 12
Regie: Asghar Farhadi
Genre: Drama
Darsteller: Leila Hatami, Peyman Moadi, Shahab Hosseini, uvm.


Für Fans von:

Der Gott des Gemetzels, Extrem laut und unglaublich nah


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,5 von 10
moviepilot.de: 8,2 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitat:

„Hast nicht gesagt, dass es nichts ernstes ist? Es ist ernst geworden.“



Auszeichnungen:

  • Zwei Auszeichnungen auf dem Fajr International Film Festival 2011
  • Goldener Bär und zwei Silberne Bären bei der Berlinale 2011
  • Bester Film auf dem Durban International Film Festival 2011



Nader und Simin – Eine Trennung bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Asghar Farhadi:

2003: Tanz im Staub
2004: Die schöne Stadt
2006: Fireworks Wednesday
2009: Alles über Elly