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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,58 von 10 (26x bewertet)
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Woody (Bruce Dern) hat auf seine alten Tage mit den Auswirkungen beginnender Senilität zu kämpfen. Als er einen Werbebrief erhält, verfällt er der Überzeugung, eine Million Dollar gewonnen zu haben, die er im weit entfernten Nebraska abholen muss. Obwohl sein Sohn David (Will Forte) alles unternimmt, um ihn von der Wahrheit zu überzeugen, besteht Woody darauf, die Reise anzutreten. Schließlich willigt David ein, nach Nebraska zu fahren, um ihm eine letzte Freude zu machen. Auf dem Weg machen sie in Woodys Heimatdorf Halt und treffen auf alte Bekannte.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Als Regisseur Alexander Payne Anfang des Jahrtausends mit „About Schmidt“ um die etwas lahm gewordene Road-Movie-Ecke bog und wenig später mit „Sideways“ nachlegte, schien ganz Hollywood für einen unbestimmten Moment verdutzt – über sich selbst. Derart filigranes Fingerspitzengefühl für die eigenen Hauptfiguren war und ist im Land der unbegrenzten Filmmöglichkeiten schließlich nicht an der Tagesordnung. Kein Wunder also, dass Jack Nicholsons Warren R. Schmidt und Paul Giamattis Miles Raymond zu den erinnerungswürdigsten Protagonisten des vergangenen Jahrzehnts gehören und Paynes Ruf als Meister der lakonischen Melancholie bis zum heutigen Tage definieren.

Nach der Fingerübung „The Descendants“ mit George Clooney von 2011 beschreibt „Nebraska“ nun das nächste stilbildende Kapitel auf dem Weg zum inneren tragikomischen Selbst. Dabei bleibt Payne seinen Film-Zutaten wie gewohnt treu: Eine simpler Plot, eine kauziger Protagonist und tragikomische Szenen, die in geradezu befremdlicher Art und Weise berühren. Neu hingegen sind die Schwarz-Weiß-Bilder, die Woody Grants immer reduzierter werdende Welt symbolisch transportieren. Die Vielzahl skurriler Nebenfiguren, welche sich in den besten Momenten zwischen eben Payne, Wes Anderson und Woody Allen bewegen, wecken hingegen wohlige Erinnerungen an Warren Schmidts und Miles Raymonds Abenteuer. Am Ende ist „Nebraska“ also keine Überraschung, sondern ein weiteres Meisterwerk in der (angenehm) übersichtlichen Filmographie von Alexander Payne. Wir können also nur verdutzt aus der Wäsche schauen und uns über einen Film freuen – als hätten wir tatsächlich eine Million Dollar gewonnen.


Daten:

USA 2013, 115 Minuten, FSK: 6
Regie: Alexander Payne
Genre: Abenteuer | Komödie| Drama
Darsteller: Bruce Dern, Will Forte, June Squibb, uvm.


Für Fans von:

Inside Llewyn Davis, The Straight Story, Sideways


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.8 von 10
moviepilot.de: 7.1 von 10
Filmstarts.de: 4.0 von 5


Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013
  • Fünf Nominierungen bei den Golden Globe Awards 2014
  • Sechs Nominierungen bei der Oscarverleihung 2014



Nebraska bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Alexander Payne (Auszug):

1999: Election
2002: About Schmidt
2004: Sideways
2006: Paris, je t’aime
2011: The Descendants