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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,36 von 10 (152x bewertet)
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Der kleinkriminelle Louis Bloom (Jake Gyllenhaal) hält sich mit Diebstählen über Wasser und trifft eines Abends auf einen sogenannten Nightcrawler, der Aufnahmen von Autounfällen anfertigt und die Bilder an Nachrichtensender verkauft. Bloom beschließt, ebenfalls Nightcrawler zu werden und besorgt sich eine Kamera. Bald darauf trifft er auf die windige Sender-Chefin Nina Romina (Rene Russo), die ihn auffordert, alles zu unternehmen, um an sensationstaugliche Bilder zu kommen. So stellt Bloom mit Rick Carey (Riz Ahmed) einen Praktikanten ein und geht zunehmend skrupelloser zur Sache.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Eine Fangfrage zu Beginn: Was ist das Wichtigste an Dan Gilroys Film? Richtig! Der Zuschauer. Oder besser: Die Perspektive des Zuschauers. Denn wie bei jedem sehenswerten Film über Voyeurismus entwickelt auch „Nightcrawler“ eine entlarvende Meta-Ebene, die den Zuschauer gewissermaßen zum Komplizen des Düsteren macht und damit vor eine wohltuende Herausforderung stellt. Wo hört Neugier auf? Wo fängt niedere Sensationslust an? Entscheidende Fragen, die „Nightcrawler“ dem Zuschauer vor den Heimkino-Sessel schleudert und wiederum in eindringlichen Bildern dem Voyeurismus freigibt. Dass Jake Gyllenhaal dabei eine der leidenschaftlichsten Leistungen seiner mittlerweile durchaus bewegten Karriere abliefert, macht es nicht einfacher – aber eben noch besser.

Allein das ausgemergelte, unruhig wirkende Äußeres des Ausnahmeschauspielers verleiht „Nightcrawler“ eine schier eigentümliche Dominanz, die sich mit zunehmender Dauer nur verstärkt. Kein Wunder also, dass Gilroys Film atmosphärisch etwa an Martin Scorseses „Bringing Out the Dead“ erinnert und damit spielend in höchste Kino-Sphären vorstoßt. Angriffslustige Cineasten, die sich in einen Film verbeißen wollen, werden in „Nightcrawler“ demnach einen ebenbürtigen Gegner finden. Am Ende müssen Film und Zuschauer doch stets in der gleichen Gewichtsklasse kämpfen, um ein ehrliches, erinnerungswürdiges Erlebnis zu garantieren.

Fun-Fact: Dan Gilroy ist in Hollywood bislang vornehmlich als Drehbuch-Autor in Erscheinung getreten und hat mit „Nightcrawler“ seinen überhaupt ersten Langfilm realisiert. Kino-Fans können also gespannt sein, was Gilroy zukünftig noch so im Kino-Köcher hat.


Daten:

USA 2014, 117 Minuten, FSK: 16
Regie: Dan Gilroy
Genre: Krimi | Thriller
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Riz Ahmed, uvm.


Für Fans von:

End of Watch, Sicario


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.9 von 10
moviepilot.de: 7.5 von 10
Filmstarts.de: 5.0 von 5


Filmzitate:

„Du mußt die Polizei rufen! – Werd ich auch… zum richtigen Zeitpunkt!“

„Ich will, was Sie mir versprochen haben! Etwas von dem die Menschen sich nicht abwenden können!“

„Ich denke, Lou inspiriert uns alle dazu, nach mehr zu streben.“



Auszeichnungen:

  • Drei Auszeichnungen bei den Austin Film Critics Association Awards
  • Eine Auszeichnug bei den New York Film Critics Awards
  • Eine Nominierung bei den Golden Globe Awards



Nightcrawler bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Dan Gilroy:

1994: Chasers – Zu sexy für den Knast
2005: Das schnelle Geld
2006: The Fall
2011: Real Steel
2012: Das Bourne Vermächtnis