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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,72 von 10 (102x bewertet)
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Während des Bosnienkrieges geraten ein bosnischer und ein serbischer Soldat im Niemandsland zwischen die Fronten. Dort bleibt ihnen nichts anderes übrig, als tatenlos auszuharren. Doch bald haben die beiden ein ernstes Problem. Cera (Filip Šovagovi?), den man irrtümlich für tot gehalten und auf eine druckempfindliche Mine gelegt hatte, erwacht nämlich und benötigt die Hilfe der verfeindeten Soldaten, um sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. In der Folge nähern sich die Männer an und versuchen, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Als schließlich auch noch Blauhelm-Soldaten auftauchen, scheint die Rettung nah.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Dass ein (Anti-)Kriegsfilm nicht zwangsläufig ein dumpfes Schlachtengemälde sein muss, bewies in jüngster Vergangenheit nicht zuletzt das Oscar-prämierte Kriegsdrama „The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow. (Anti-)Kriegsfilme, die sich jedoch gänzlich dem üblichen Krach und Peng verschließen, gibt es hingegen nur wenige. Eine dieser Ausnahmen ist „No Man’s Land“, in dem keine grausamen Häuserkämpfe im zerbombten Sarajevo nachgezeichnet werden müssen, um das Kriegsgrauen offenbar werden zu lassen. Danis Tanovics fraglos berühmtester Film ist nämlich ein reines Kammerspiel, in dem allein die Dialoge und die absurd-tragische Ausgangssituation im Mittelpunkt stehen. In diesem Sinne stehen sich die Protagonisten als Stellvertreter ihrer Armeen gegenüber, welche sich der vertrackten Situation letztendlich nur im gemeinsamen Dialog stellen können.

Dass es Tanovic dabei gelingt, dem Film einen möglichen ungenießbaren Ernst zu entziehen und gar leicht satirisch anmutende Momente zu entwickeln, ist die eigentliche Stärke des Films. Denn trotz des im Grunde bitteren Handlungsverlaufes ist es dem Zuschauer spätestens beim Eintreffen der Blauhelm-Soldaten vergönnt, verblüfft mit dem Kopf zu wackeln über die dramatische Hilflosigkeit der vermeintlichen Helfer – und über einen bemerkenswerten Film.

Dass der Film im Jahre 2002 den Oscar für den besten fremdsprachigen Vertreter erhalten hat, dürfte jene Cineasten beruhigen, denen „No Man’s Land“ auf dem Papier womöglich zu artifiziell erscheinen mag. Denn da die Academy Awards offenkundig nicht für Kunst-Kino zuständig sind, sollte klar sein, dass Tanovic durchaus Wert auf eine allgemeinverträgliche Inszenierung gelegt hat.


Daten:

USA 2001, 98 Minuten, FSK: 12
Regie: Danis Tanovic
Genre: Action | Drama | Geschichte | Krieg
Darsteller: Branko Djuric, Rene Bitorajac, Filip Sovagovic, uvm.


Für Fans von:

Zug des Lebens, Cinema Paradiso


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,5 von 10
moviepilot.de: 7,0 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Auszeichnungen:

  • Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars 2002
  • Bestes Drehbuch bei den Filmfestspielen von Cannes 2001
  • FIPRESCI-Preis beim Motovun Film Festival



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Danis Tanovic:

1996: L’Aube
1999: Budenje
2002: 11’09″01 – September 11
2005: Wie in der Hölle
2009: Triage
2010: Cirkus Columbia