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Seitdem Niko (Tom Schilling) sein Studium abgebrochen hat, lebt er vor sich hin und versucht nur bedingt, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. An einem schicksalhaften Tag stromert er durch Berlin und trifft auf allerlei befremdliche Gestalten, die dem Sinnen über seine eigene Existenz neuen Antrieb verleihen. Nicht zuletzt belastet Niko der Konflikt mit seinem Vater (Ulrich Noethen), der ihm seine finanzielle Unterstützung untersagt und ihn zwingt, sich endlich aufzuraffen. Letztlich gerät der Streifzug durch die Hauptstadt für Niko zu einem steinigen Selbstfindungstrip, der seiner ganz eigenen Dynamik folgt.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Nach dem großen Erfolg beim Deutschen Filmpreis 2013 erwuchs um „Oh Boy“ ein Missverständnis, das im ganzen Lande bis zum heutigen Tage für verwirrt-enttäuschte Film-Fan-Gesichter sorgt. Im allgemeinen, dem Filmpreis-Tohuwabohu geschuldeten Glauben, beim Kino-Debüt von Jan-Ole Gerster handele es sich um eine vor Pointen strotzende Tragikomödie, die ihren Protagonisten durch Berlin stapfen und zwecks Slapstick-Einlagen hanebüchene Situationen durchleben lässt, führten sich den Film nämlich eine Vielzahl von Gelegenheitscineasten zu Gemüte, die ansonsten wohl eher nicht auf den Geschmack gekommen wären. Dass Urteile wie „War ja gar nicht lustig“ oder „Bin eingeschlafen“ die Runde machen, liegt demnach weniger an „Oh Boy“ als an irriger Erwartungshaltung.

In Wahrheit orientiert sich Gersters Film nämlich eher an melancholisch angelegten Berlin-Epen wie Wim Wenders’ „Himmel über Berlin“ als bloße belanglose Großstadt-Farce zu sein. So dienen die humoristischen Spitzen vornehmlich als bitter-süße Geschmacksverstärker der im Mittelpunkt stehenden Richtungslosigkeit des ziellos umherirrenden Protagonisten. Dank Schillings grundsätzlicher Unverfänglichkeit und der dynamischen Inszenierung verschwindet „Oh Boy“ aber dennoch nicht in der Kunstfilm-Schublade, sondern positioniert sich im Fach des anspruchsvollen jungen deutschen Films, ohne dabei die cineastische Mitte außer Acht zu lassen. Kino-Freunde, die eine tatsächlich ansprechende, weder im sinnfreien Mainstream noch im überfordernden Arthaus angesiedelte Tragikomödie sehen wollen, finden in „Oh Boy“ demnach den perfekten Film – Missverständnisse beinahe ausgeschlossen.


Daten:

Deutschland 2012, 83 Minuten, FSK: 12
Regie: Jan-Ole Gerster
Genre: Comedy | Drama
Darsteller: Tom Schilling, Friederike Kempter, Marc Hosemann, uvm.


Für Fans von:

Absolute Giganten, Ein Freund von mir, Coffee and Cigarettes


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,4 von 10
moviepilot.de: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Filmzitate:

„Kennst du das, wenn man so das Gefühl hast, dass die Menschen um einen herum irgendwie merkwürdig sind aber wenn du n bisschen länger drüber nachdenkst dann wird dir irgendwie klar, dass nicht die anderen sondern, dass man selbst das Problem ist?!“

„Bistn einsamer Wolf, wa?“

„Was um alles in der Welt hast du 2 Jahre lang getrieben? Nachgedacht!“



Auszeichnungen:

  • Drei Auszeichnungen bei dem Internationalen Filmfest Oldenburg 2012
  • Drei Auszeichnungen bei dem International Film Festival Bratislava 2012
  • Sechs Auszeichnungen bei dem Deutschen Filmpreis 2013



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Weitere Filme von Jan-Ole Gerster:

2004: Der Schmerz geht, der Film bleibt