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Julian Thompson (Ryan Gosling) ist Besitzer eines Boxclubs in Bangkok. Neben den Kämpfen wird der Klub vorrangig von Kleinganoven als Umschlagplatz für Drogengeschäfte genutzt. Als Julians Bruder Billy (Tom Burke) eine Prostituierte belästigt und schließlich tötet, beginnen die Verwicklungen. Polizist Chang tritt auf den Plan und animiert den Vater des Opfers zur Selbstjustiz. In der Folge wird Billy ermordet und Julians Mutter (Kristin Scott Thomas) fordert ihrerseits Genugtuung. So ist es an Julian, den Mord an seinem Bruder zu rächen und nicht zuletzt Chang zur Rechenschaft zu ziehen.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Über „Only God Forgives“ zu schreiben (oder zu lesen), ist in etwa so ähnlich wie von den Vorzügen Mozarts in ein Bilderrätsel zu erfahren: nicht so ganz zielführend. Und woran liegt das? Ganz einfach! An Regisseur Nicolas Winding Refn selbst. Sein Film über die Rachegelüste einer Familie ist nämlich weniger Film als Gemälde, mehr rauschhafte Bilderwelt als erzählendes Kino. Eine eigentliche Geschichte gibt es nicht. Dass Ryan Gosling für den Mord an seinem Bruder rächen sollten nutzt Refn vielmehr als bloße Ausgangslage, um eine einzigartige Atmosphäre zu erschaffen, die aus verschiedensten Stilen zu einem immer bedrohlicher anmutenden Mix erwächst.

In Anlehnung an das Erotische von Kar-Wai, das Mysteriöse von Kubrick und das Explizite von Tarantino schwebt „Only God Forgives“ wie eine mit brutalen Gewalteinlagen gespickte Traumvision in eigenen Sphären dahin und gehört zu den fraglos interessantesten Filmen des Jahres 2013. Dabei sind Refn die Sehgewohnheiten seiner Zuschauer herzlich egal. Wer einen spannungsgeladenen Thriller erwartet, wird in jedem Falle bitter enttäuscht. „Only God Forgives“ ist Kunstfilm und Traumwelt zugleich und erinnert in seinen besten Momenten an Bewusstseinsstrom-Meisterwerke wie etwa Fellinis „Achteinhalb“. Wir sagen daher: Unbedingt anschauen! Aber Vorsicht: Nicolas Winding Refn dringt in Filmwelten vor, die dem gelegentlichen Kinogänger die Lichter ausblasen. Und selbst hartgesottene Cineasten dürften sich einer handfesten Herausforderung gegenübersehen!



Daten:

FR/DK 2013, 90 Minuten, FSK: 16
Regie: Nicolas Winding Refn
Genre: Krimi | Drama
Darsteller: Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Vithaya Pansringarm, uvm.


Für Fans von:

True Romance, No Country for Old Men, Million Dollar Baby


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 5,7 von 10
moviepilot.de: 5,8 von 10
Filmstarts.de: 4,0 von 5


Filmzitate:

„Die Damen schließen die Augen. Und bevor ich es sage, öffnet ihr sie auch nicht.“

„Du hast recht, ich versteh´ Dich nicht. Und ich werde Dich nie verstehen.“

„Zeit, den Teufel zu treffen.“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung beim Sydney Film Festival
  • Eine Nominierung bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes



Weitere Filme von Nicolas Winding Refn (Auszug):

2007: Agatha Christie Marple: Nemesis
2009: Bronson
2009: Walhalla Rising
2011: Drive
2016: The Neon Demon