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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,08 von 10 (431x bewertet)
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Chris Taylor (Charlie Sheen) kommt 1967 als Frischling nach Vietnam und lernt den Schrecken des Krieges kennen. Anstatt brüderlicher Kameradschaft herrscht eine strenge Hierarchie, in der Neuankömmlinge als bloßes Kanonenfutter angesehen werden. Nach ersten Kampfhandlungen gerät Taylor an Sgt. Grodin (Willem Dafoe) und wird in die Gruppe der sog. Potheads aufgenommen, die in ihrer Freizeit Drogen konsumieren, um vom Grauen des Krieges Abstand zu gewinnen. Ihnen gegenüber steht die Gruppe um Sgt. Barnes (Tom Berenger), die lieber dem Alkohol frönt. Letztendlich sind es allerdings moralische Gräben, welche die Gruppen entzweien.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Oliver Stones „Platoon“ ist neben Coppolas „Apocalypse Now“ wohl zweifellos der wichtigste Anti-Kriegsfilm über den Vietnamkrieg. Doch während „Apocalypse Now“ den Kriegszustand für eine tiefgreifende individualisierte psychologische Studie zweckentfremdet, verbleibt Stones Werk innerhalb der Genreabgrenzungen. Dabei konzentriert sich der Film jedoch nicht so sehr auf die Kampfhandlungen und kaum vorstellbaren Gräueltaten, sondern vielmehr auf deren Auswirkungen auf die sozialen Strukturen innerhalb der kämpfenden Truppe. So werden die Soldaten bald untereinander zu Feinden und führen ihre Aufgabe, nämlich einen außenstehenden Gegner zu besiegen, ad absurdum. Dabei schreckt Oliver Stone nicht davor zurück, den Irrsinn des allgegenwärtigen Krieges in ausufernde Drogen- und Alkoholexzesse übergehen zu lassen, von denen sich die Soldaten die nötige Betäubung ihres in Verwirrung geratenen Bewusstseins erhoffen. Es eröffnet sich dem Publikum ein wahrer Höllentrip, in dem Tod und Rausch zu Verbündeten werden und ihre Opfer fordern.

Es gibt wohl nicht viele Filme, die sich mit „Platoon“ messen können. Daher sei das düstere Meisterwerk allen empfohlen, die es bisher noch nicht gesehen haben. Um Oliver Stones Vietnam-Sicht in seiner Gänze erfassen zu können, macht es darüber hinaus Sinn, sich die beiden weiteren Teile seiner Vietnam-Trilogie zu Gemüte zu führen. „Geboren am 4. Juli“ und „Zwischen Himmel und Hölle“ reichen zwar nicht an die Qualität von „Platoon“ heran, schärfen allerdings den Blick für die Umstände während des Vietnamkrieges.


Daten:

USA 1986, 115 Minuten, FSK: 16
Regie: Oliver Stone
Genre: Action | Drama | Geschichte | Krieg
Darsteller: Charlie Sheen, Tom Berenger, Willem Dafoe, uvm.


Für Fans von:

Full Metal Jacket, Der schmale Grad, Black Hawk Down


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,2 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviepilot.de: 7,9 von 10


Filmzitate:

„.. aber die meisten haben überhaupt nichts, sie sind arm, sie sind diejenigen von denen keiner was wissen will. Trotzdem kämpfen sie für unsere Gesellschaft, kämpfen für unsere Freiheit“

„Das erste Opfer eines Krieges ist die Unschuld!“

„Es gibt manches, was sein müsste und manches, was ist.“

„Irgendwann muss jeder mal sterben!“



Auszeichnungen:

  • Oscar 1987 für den besten Film, die beste Regie, den besten Schnitt und den besten Ton
  • Auf der Berlinale 1987 gewann der Film den Silberner Bär für die beste Regie
  • 1987 wurde der Film mit dem Independent Spirit Award ausgezeichnet



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Weitere Filme von Oliver Stone (Auszug):

1987: Wall Street
1989: Geboren am 4. Juli
1991: John F. Kennedy – Tatort Dallas
2004: Alexander
2006: World Trade Center
2010: Wall Street: Geld schläft nicht