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Die Geschichte des Ray Charles Robinson ist keine übliche. Von Geburt an arm, mit sechs Jahren blind, mit fünfzehn Vollwaise und nur ein bisschen später heroinabhängig. Dazu passt dann noch eine Karriere als Musiker, die ihn schließlich weltberühmt machen sollte. Taylor Hackfords Biopic über Soul-Legende Ray Charles verfolgt dessen Weg vom mittellosen aber talentierten Jungmusiker bis hin zum Aufstieg in den Olymp der Musik-Szene der 1950er bis 70er Jahre.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Nun, man muss nicht unbedingt Böses im Sinn haben, um ohne weiteres zu der Überzeugung zu gelangen, dass Ray Charles kein besonders angenehmer Zeitgenosse war. Unverbesserlich drogenabhängig, untreu, egozentrisch – wohl keine Attribute, die man besonders häufig auf Sympathieträger anwendet. Hier aber muss man einen anderen, mehr weitreichenderen Hebel ansetzen. Wenn man so will den des Sex, Drugs und Souls. Ray Charles nämlich ist wohl in einer Reihe mit Rocklegenden wie Jimi Hendrix, Jim Morrison oder Kurt Cobain zu nennen, selbst wenn er älter als 27 wurde und zudem einem anderen Musikstil frönte. Wenn man jedoch Jamie Foxx, der beinahe unwirklich präzise in die Rolle des Ray Charles schlüpft, beim Musizieren beiwohnt, dann muss ein jeder spüren, dass die Songs Ausdruck größtmöglicher und damit oftmals selbstzerstörerischer Leidenschaft sind. Ray Charles lebte seine Musik – in allen unendlichen Höhen und Tiefen.

Und Hackfords Film unternimmt den durchaus schwierigen (und in vergleichbaren Fällen oftmals gescheiterten) Versuch, dies alles in schwül-bräunlichen Bildern einzufangen, die dem Zuschauer auf dem Sofa die Schweißperlen der Südstaaten auf die Stirn treiben sollen. Und tatsächlich – es gelingt. Denn „Ray“ gehört mit Sicherheit zu den besten Musikerbiographien überhaupt, die es versucht haben, mehr dem flammenden Charakter ihrer Hauptfigur näher zu kommen, als bloße chronologische Abhandlung biographischer Fakten zu sein. Dass Foxx 2005 für seine (unerklärlich) großartige Darstellung den Oscar erhielt, versteht sich natürlich von selbst.


Daten:

USA 2004, 152 Minuten, FSK: 12
Regie: Taylor Hackford
Genre: Jazz-Blues-Drama
Darsteller: Jamie Foxx, Kerry Washington, Regina King, uvm.


Für Fans von:

Walk The Line, I’m Not There, Blues Brothers


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
moviepilot.de: 7,0 von 10
Filmstarts.de: 8 von 10


Filmzitate:

„Bist du blind? Wir sind eine Country-Band!“ – „Ja, ich bin blind, schon seit ich sieben war…“

„Es ist unnatürlich so viele Tote zu sehen.“
Ray: „Es ist unnatürlich den Tod zu sehen.“

„Ich höre so, wie du siehst.“



Auszeichnungen:

– 2 Auszeichnungen und 4 Nominierungen bei der 77. Oscar Verleihung.
– Bei den BAFTA-Awards 2 Auszeichnungen 2 Nominierungen
– Bei der Golden Globe Verleihung eine Auszeichnung für Jamie Foxx als Bester Darsteller und eine Nominierung als Bester Film


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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Taylor Hackford (Auszug):

1993: Blood in, Blood out
1995: Stephen King’s Dolores
1996: When We Were Kings
1997: Im Auftrag des Teufels
1999: Greenwich Mean Time
2000: Lebenszeichen – Proof of Life