Christopher Nolan

Christopher Nolan
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Christopher Nolan hat sich binnen des vergangenen Jahrzehnts zu einem der begehrtesten Hollywood-Regisseure überhaupt gemausert. Anfang des Jahrtausends ging sein Stern mit dem Independent-Film Memento auf, der aufgrund seines rückwärtslaufenden Haupthandlungsstranges zu den interessantesten Filmen des modernen Kinos zählt. In der Folge näherte sich Nolan dann dem Mainstream-Kino an.

Mit The Dark Knight drehte er einen der kommerziell erfolgreichsten Filme der Geschichte und konnte im Jahr 2010 mit Inception Cineasten und Kritiker gleichermaßen überzeugen. Nolan gehört damit zu den erfolgreichsten Regisseuren der Neu-Zeit und dürfte seinen Platz in der Film-Historie sicher haben. Stilistisch gilt er als moderner Gegenentwurf zu Regie-Größen wie James Cameron oder Steven Spielberg, da sein Filme trotz bewiesener Mainstream-Kompatibilität oftmals düster und komplex anmuten.

Die 5 besten Filme von Christopher Nolan

1. Interstellar

Die Welt steht Ende des 21. Jahrhunderts kurz vor dem Niedergang, da durch die extreme Beschädigung der Biosphäre die Lebensbedingungen für die Menschen stark beeinträchtigt sind. Die NASA arbeitet nur noch im Geheimen, da die Weltwirtschaft für solch teure Projekte kein Geld mehr aufbringen kann. Letztlich zahlt sich die Arbeit jedoch aus und dank NASA-Pilot Cooper (Matthew McConaughey) erhält die Menschheit eine letzte Chance, die Zukunft des Spezies zu retten. Doch natürlich muss Cooper dabei selbst sein Leben aufs Spiel setzen.

2. Inception

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist kein gewöhnlicher Dieb. Sein Diebesgut sind nämlich geheime Gedanken, die er Menschen während des Schlafes entzieht. Doch als Cobb während eines Gedanken-Diebstahls von Geschäftsmann Saito (Ken Watanabe) erwischt wird, hat er ein Problem. Saito zwingt Cobb, bei seinem Konkurrenten Robert Fischer (Cillian Murphy) einen Gedanken einzupflanzen, der dazu führt, dass Saitos Unternehmen einen Vorteil daraus gewinnt. Es entspinnt sich ein wahnwitziges Abenteuer, das Cobb und seine Crew in die surrealen Abgründe des Unterbewusstseins führt – die Grenze zwischen Realität und Traumwelt ist längst überschritten.

3. Memento

Leonard Shelby (Guy Pearce) will die Vergewaltigung und anschließende Ermordung seiner Frau Catherine (Jorja Fox) rächen, sieht sich dabei aber dem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses gegenüber, was ihn dazu zwingt, sich durch Hilfsmittel an alle seit dem Mord geschehene Begebenheiten in seinem Leben zu erinnern. Der Regisseur Christopher Nolan widersetzt sich der üblichen Hollywood-Strategie, indem er die Mördersuche in kurzen Etappen von hinten nach vorne erzählt.

4. Prestige – Die Meister der Magie

Regisseur Christopher Nolan war wohl DER Senkrechtstarter der 2000er Jahre. Mit seinem experimentellen und mittlerweile zum Kultfilm avancierten „Memento“ katapultierte Nolan sich sowohl bei Cineasten als auch den Kritikern zu einem der gefragtesten Regisseure des jungen Jahrtausends. Mit der Auferstehung des Fledermaus-Helden in „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ konnte er sich in der Folge mit Mainstream-Erfolgen eine goldene Nase verdienen. Zwischen jenen Batman-Filmen drehte er mit „Prestige“ einen Film, der im Trubel um den dunklen Rächer – zu Unrecht – ein wenig untergegangen ist.

„Prestige“ ist nämlich keineswegs ein Lückenfüller, sondern ein kleines Meisterwerk für sich. Wie ein gekonnter Zaubertrick vollführt es der Film, den Zuschauer mittels gezielten Finten mal das eine, mal das andere glauben zu lassen, um letztendlich alles in einem grandiosen Finale aufzulösen – welches an dieser Stelle nicht verraten werden soll. Wie Angier und Borden nach und nach dem Wahn verfallen, dass ihre einzige Lebensaufgabe darin besteht, den Gegenspieler zu übertrumpfen, jagt dem Zuschauer nicht zuletzt der großartigen Leistungen der Hauptdarsteller wegen einen eisigen Schauer über den Rücken. Und auch die schöne Scarlett Johansson als Angiers Geliebte, die der Zauberer bei seinem Gegner als Spionin einsetzt, gibt eine gute Figur ab.

Dass der Film einiger Konzentration bedarf, damit alle Kniffe, alle letztendlichen Auflösungen verstanden werden können, ist für so manchen möglicherweise ein ausschlaggebender Kritikpunkt. Doch „Prestige“ versteht sich selbst eben nicht als bloßen Mainstream-Kartentrick, sondern eher als eine Mischung aus „Memento“ und dem großen Houdini.

5. The Dark Knight

Batman (Christian Bale) sieht sich in Gotham City einem verrückten Widersacher gegenüber. Der Joker (Heath Ledger) verspricht den Unterweltbossen, Batman zur Strecke zu bringen, wofür sie ihn fürstlich entlohnen sollen. Indessen schließt sich Anwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) der Verbrechensbekämpfung an und wird Teil des Teams um Lt. Gordon (Gary Oldman). Als der Joker Dent und Batmans Jugendliebe Rachel (Maggie Gyllenhaal) entführt, stellt er Batman vor die Wahl – nur eine Person kann gerettet werden. Batman entscheidet sich für Rachel, doch der Joker ist ihm einen Schritt voraus.

Filmografie: Alle Filme von Christopher Nolan

1998: Following
2000: Memento
2002: Insomnia
2005: Batman Begins
2006: Prestige – Die Meister der Magie
2008: The Dark Knight
2010: Inception
2012: The Dark Knight Rises
2014: Interstellar
2017: Dunkirk
2020: Tenet

5 Dinge, die du noch nicht über Christopher Nolan wusstest

1. Er war nie auf einer Filmschule

Bei derartig imposanten Kinofilmen wie “The Dark Knight” oder “Tenet” muss man sich schon wundern, dass Christopher Nolan nie auf einer Filmschule war. Er studierte stattdessen englische Literatur am University College in London und trat dort auch dem hauseigenen Filmclub bei. Hier kam er dem Medium Film näher, beschäftigte sich nach und nach ausgiebiger damit und legte noch während seiner Studienzeit kleine Kurzfilme vor.

2. Er hat eine Rot-Grün-Schwäche

Kaum zu glauben, aber wahr: Christopher Nolan, der Meister der visuellen Effekte hat eine Rot-Grün-Schwäche und muss sich daher voll und ganz auf seine Kameramänner verlassen können. Aus diesem Grund arbeitet er bei seinen Filmen auch stets mit denselben Personen zusammen, denen er vollkommen vertraut: Wally Pfister und Hoyte Van Hoytema.

3. Er kann 3D-Filme nicht leiden

Christopher Nolan ist ein großer Verfechter von traditionellen Filmen. Er kennt laut eigener Aussage niemanden, der Filme in 3D liebt, weshalb er selbst erst gar keine dreht. Darüber hinaus ist er auch kein Verfechter von digitalen Filmen und verwendet lieber weiterhin analoges Filmmaterial – eine Vorliebe, die er sich u.a. mit Quentin Tarantino teilt.

4. Bekannte Klassiker dienen ihm als Inspiration

Eine weitere Gemeinsamkeit, die sich Christopher Nolan mit Quentin Tarantino teilt, ist die Vorliebe für alte Filme, die ihm nicht selten als Inspiration für seine eigenen Filme dienen. Nolan zählt unter anderem “Der schmale Grat” (1998), “Gier nach Geld” (1924), “Blade Runner” (1982) und “2001 – Odyssee im Weltraum” (1968) zu seinen Lieblingsfilmen.

5. Er ließ für “Tenet” ein echtes Flugzeug abstürzen

Im Film “Tenet” gibt es eine Szene, in der eine Boeing 747 abstürzt und in einem gewaltigen Feuerball explodiert. Hierbei handelt es sich keineswegs um Special-Effects, denn Nolan kaufte tatsächlich ein echtes Flugzeug, dass er anschließend abstürzen ließ. Auf die Frage, ob dies wirklich nötig war, antwortete Nolan, dass es wohl deutlich preiswerter gewesen sein soll, ein echtes Flugzeug zu crashen, als kostspielige Special-Effects oder Miniatur-Nachbauten einzusetzen.