David Fincher

David Fincher
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David Fincher verdiente sich seine ersten Sporen als Regisseur von Musikvideos. Anfang der 90er Jahre gehörte er zu den begehrtesten Künstlern seiner Zunft und drehte u. a mit Größen wie Madonna, Aerosmith oder Michael Jackson. 1995 konnte Fincher mit seinem zweiten Kinofilm „Sieben” dann den großen Durchbruch feiern. Es folgten „The Game” und „Fight Club”, die heute zu den besten Filmen der 90er Jahre gezählt werden und Fincher innerhalb weniger Jahre den Status des Regie-Genies einbrachten.

Zwar schreibt Fincher die Drehbücher zu seinen Filmen nicht selbst, dennoch gehört er zu jenen angesehenen Hollywood-Filmschaffenden, die als Nachfolger des in die Jahre gekommenen New Hollywood gelten. 2010 sorgte Finchers Werk „The Social Network” für Aufsehen, in dem die Entstehungsgeschichte Facebooks ungeschönt aufgearbeitet wird.



Steckbrief

Richtiger Name:David Andrew Leo Fincher
Geburtstag:28. August 1962
Sternzeichen:Jungfrau
Geburtsort:Denver, Colorado, USA
Bekannt aus:Fight Club, Sieben, Gone Girl, uvm.

Die besten Filme

Filmografie

1992: Alien 3
1995: Sieben
1997: The Game
1999: Fight Club
2002: Panic Room
2007: Zodiac – Die Spur des Killers
2008: Der seltsame Fall des Benjamin Button
2010: The Social Network
2011: Verblendung
2014: Gone Girl – Das perfekte Opfer
2020: Mank

5 Dinge, die du noch nicht über David Fincher wusstest

1. Mr. Perfect

Der Starregisseur gilt als unverbesserlicher Perfektionist, verbringt zuweilen ganze Drehtage damit, Einstellungen wiederholen zu lassen. Fincher weist jedoch jegliche sadistische Motivation von sich und folgt dem Wege seines Idols Stanley Kubricks: Bei den Dreharbeiten zu “Shining” ließ jenes Ausnahmetalent Jack Nicholson einst 90-mal von der Schreibmaschine aufblicken, bis endlich genügend Mordlust in dessen Augen aufblitzte.

2. Aller Anfang ist schwer

David Finchers Regiedebüt glich einem Himmelfahrtskommando: Fox hatte schon ein halbes dutzend Drehbücher für “Alien 3” in Auftrag gegeben und bei Drehbeginn noch immer kein fertiges Exemplar. Das Studio hatte explizit nach einem formbaren Greenhorn auf dem Regiestuhl gefahndet und fand den Musikvideo-Produzenten Fincher. Der Visionär bestand darauf, Sigourney Weaver kahlzuscheren, um den Bruch zu den vorangegangenen Teilen der Sci-Fi-Saga optisch zu untermauern. Am Set entbrannten in der Folge heftige Dispute mit den Verantwortlichen, sodass konzentriertes Arbeiten unmöglich wurde. Der anschließende Flop an den Kinokassen war damit vorprogrammiert.

3. Pragmatismus siegt

Der zweite Schuss musste sitzen, war aber auch nicht frei von Unzulänglichkeiten: Die Dreharbeiten zu “Se7en” mussten innerhalb von 55 Tagen abgeschlossen werden. Hollywoods Top-Riege hatte den Stoff abgelehnt, weil der Plot zu düster erschien. David Fincher entschied sich, im sonnigen LA zu drehen, um Spaceys Figur noch dämonischer und dunkler wirken zu lassen. Nun positionierte sich ausgerechnet zu Drehbeginn eine massive Schlechtwetterfront über Kalifornien. Das Studio wollte das Projekt verschieben, doch Fincher nutzte das diffuse Licht und den einsetzenden Dauerregen, um eine ganz bedrückende Atmosphäre zu kreieren, die letztlich zu seinem Markenzeichen werden sollte.

4. Ein moderner Hitchcock

Steven Soderbergh wird seinerseits eine gewisse zwanghafte Arbeitsweise nachgesagt. So nahm er Finchers Einladung nur zu gerne an, um dem Kollegen bei der Postproduktion von “Panic Room” über die Schulter zu schauen. Die dort zutage tretende Detailversessenheit zehrte indessen schon bald gewaltig an Stevens Nervenkostüm. Als David bei der Betrachtung einer Einstellung darauf hinwies, dass die Ausleuchtung in der oberen linken Ecke um 25 % zu hell ausfällt, musste Soderbergh erst mal frische Luft schnappen. Langjährige Hollywood-Beobachter erinnern sich dabei unwirklich an die Geschichten über Alfred Hitchcock, der Umstehende mit seiner Arbeitsweise reihenweise an den Rand des Wahnsinns bugsierte.

5. Time to say Goodbye

Fincher unterschrieb 2013 einen Exklusiv-Vertrag bei Netflix und verlängerte diesen mehrfach. Als Begründung gab er des Öfteren an, dass die Hollywood-Studios inzwischen fast ausschließlich Blockbuster produzieren und das Autorenkino sträflich vernachlässigen. Nie formulierte er seine Ansichten deutlicher, als bei der Kritik zum oscarprämierten “Joker”: Der Film zementiere den Niedergang der Filmkunst und sei Verrat an psychisch Kranken. Unter diesen Umständen sieht David Fincher keinen Anlass, auf die große Bühne zurückzukehren.