David Fincher – Meister des Thrillers und eine moderne Legende

David Fincher
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David Fincher verdiente sich seine ersten Sporen als Regisseur von Musikvideos. Anfang der 90er Jahre gehörte er zu den begehrtesten Künstlern seiner Zunft und drehte u. a mit Größen wie Madonna, Aerosmith oder Michael Jackson. 1995 konnte Fincher mit seinem zweiten Kinofilm „Sieben” dann den großen Durchbruch feiern. Es folgten „The Game” und „Fight Club”, die heute zu den besten Filmen der 90er Jahre gezählt werden und Fincher innerhalb weniger Jahre den Status des Regie-Genies einbrachten.

Zwar schreibt Fincher die Drehbücher zu seinen Filmen nicht selbst, dennoch gehört er zu jenen angesehenen Hollywood-Filmschaffenden, die als Nachfolger des in die Jahre gekommenen New Hollywood gelten. 2010 sorgte Finchers Werk „The Social Network” für Aufsehen, in dem die Entstehungsgeschichte Facebooks ungeschönt aufgearbeitet wird.

Steckbrief

Richtiger Name:David Andrew Leo Fincher
Geburtstag:28. August 1962
Sternzeichen:Jungfrau
Geburtsort:Denver, Colorado, USA
Bekannt aus:Fight Club, Sieben, Gone Girl, uvm.

Die 5 besten Filme von David Fincher

1. Gone Girl

Nick (Ben Affleck) und seine Ehefrau Amy (Rosamund Pike) führen die scheinbar perfekte Ehe. Ihr beschauliches Kleinstadt-Leben nimmt allerdings eine unerwartete Wendung als Amy an ihrem fünften Hochzeitstag spurlos verschwindet. Nick wendet sich an Polizei und Medien und ruft dazu auf, seine Frau mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu finden. Doch schon bald mehren sich die Indizien, dass Nick etwas mit dem Verschwinden zu tun haben könnte. In der Folge stürzen sich die Medien auf Nick und vorverurteilen ihn als Mörder seiner Ehefrau.

2.The Game

Als Nicholas van Orton (Michael Douglas) von seinem Bruder Conrad (Sean Penn) zum Geburtstag ein Spiel geschenkt bekommt, nimmt er es nur widerwillig an. Doch da van Orten nur erfährt, dass jenes Spiel von der Firma CRS veranstaltet wird, die damit wirbt, Leben zu verändern, wird er neugierig. Er begibt sich in die CRS-Zentrale, lässt physische und psychische Tests über sich ergehen, nur um am nächsten Tag zu erfahren, dass er nicht für das Spiel geeignet sei. Doch bald muss er einsehen, dass das Spiel längst begonnen hat.

3. Sieben

Eine bizarre Mordfallserie ruft die Detectives William Somerset und David Mills auf den Plan. Ein gewiefter Killer lässt seine Opfer durch die sieben biblischen Todsünden sterben und führt die Polizei mit falschen Fährten an der Nase herum. Fatal, dass der stürmische Jungkommissar Mills die Sache schnell persönlich nimmt und damit die Aufmerksamkeit des Killers auf sich lenkt. Die siebte und letzte Todsünde steht noch offen. Wer wird das nächste Opfer sein? Der ausgezeichnete Horrorthriller „Sieben“ (1995) mit Altmeister Morgan Freeman, Brad Pitt und Kevin Spacey lässt in Sachen Grusel und Beklemmung keine Wünsche offen.

4. Zodiac – Die Spur des Killers

Wenn man weiß, dass der echte Zodiac-Killer bis heute nicht gefasst werden konnte, dann wird ersichtlich, dass Regisseur David Fincher in letzter Konsequenz die Freiheit besaß, die Geschehnisse allein unter dramaturgischen Gesichtspunkten zu betrachten. Der Roman des echten Robert Graysmith diente zwar als Vorlage, wurde allerdings nicht Wort für Wort adaptiert. Demnach ist der Wahrheitsgehalt des Films mit Vorsicht zu genießen. Dem grandiosen Unterhaltungswert schadet dies aber natürlich nicht im Geringsten.

5. Der seltsame Fall des Benjamin Button

Drehen sich die Fincher-Kultfilme „Sieben“ und „Fight Club“ um das düstere Innenleben fatalistischer Existenzen, definiert sich „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ vor allem durch seine melancholische, zum Scheitern verurteilte Liebesbeziehung, die dem Zuschauer zu Herzen gehen soll. Doch geschickt umschifft der Film die Gefahren von allzu schmalziger Rührseligkeit und ist mit Leichtigkeit das, was so viele Cineasten bereits seit vielen Jahren gewohnt sind: ein exzellenter Film von David Fincher.

Filmografie: Alle Filme von David Fincher

1992: Alien 3

Alien 3
Alien 3
Sigourney Weaver, Charles S. Dutton, Charles Dance (Schauspieler); David Fincher (Regisseur)
11,97 EUR

1995: Sieben

Sieben [Blu-ray]
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Brad Pitt, Morgan Freeman, Gwyneth Paltrow (Schauspieler); David Fincher (Regisseur); Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
6,99 EUR

1997: The Game

The Game
The Game
Amazon Prime Video (Video-on-Demand); Peter Donat, James Rebhorn, Deborah Unger (Schauspieler)
3,99 EUR

1999: Fight Club

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Fight Club [Blu-ray]
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Pitt, Brad, Norton, Edward, Bonham Carter, Helena (Schauspieler); Fincher, David (Regisseur)
9,79 EUR −0,30 EUR 9,49 EUR

2002: Panic Room

Panic Room
Panic Room
FSK 16; Foster, Jodie, Stewart, Kristen, Whitaker, Forest (Schauspieler); Fincher, David (Regisseur)
4,69 EUR

2007: Zodiac – Die Spur des Killers

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Zodiac - Die Spur des Killers [Blu-ray] [Director's Cut]
Zodiac – Die Spur des Killers [Blu-ray] [Director’s Cut]
Dieser Artikel hat Deutsche Sprache und Untertitel.; Mark Ruffalo, Jake Gyllenhaal, Robert Downey Jr. (Schauspieler)
7,99 EUR −0,50 EUR 7,49 EUR

2008: Der seltsame Fall des Benjamin Button

Der seltsame Fall des Benjamin Button [Blu-ray]
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Blanchett, Cate, Pitt, Brad, Henson, Taraji P. (Schauspieler); Fincher, David (Regisseur); Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
8,99 EUR

2010: The Social Network

The Social Network (2-Disc Collector's Edition)
The Social Network (2-Disc Collector’s Edition)
Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake (Schauspieler); David Fincher (Regisseur)
16,99 EUR

2011: Verblendung

Verblendung
Verblendung
Rapace, Noomi, Taube, Sven-Bertil, Haber, Peter (Schauspieler); Oplev, Niels Arden (Regisseur)
12,84 EUR

2014: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Gone Girl - Das perfekte Opfer [Blu-ray]
Gone Girl – Das perfekte Opfer [Blu-ray]
Die Festplatte verfügt über englisches Audio und Untertitel.; Affleck, Ben, Pyle, Missi, Pike, Rosamund (Schauspieler)
9,99 EUR

2020: Mank

5 Dinge, die du noch nicht über David Fincher wusstest

1. Mr. Perfect

Der Starregisseur gilt als unverbesserlicher Perfektionist, verbringt zuweilen ganze Drehtage damit, Einstellungen wiederholen zu lassen. Fincher weist jedoch jegliche sadistische Motivation von sich und folgt dem Wege seines Idols Stanley Kubricks: Bei den Dreharbeiten zu “Shining” ließ jenes Ausnahmetalent Jack Nicholson einst 90-mal von der Schreibmaschine aufblicken, bis endlich genügend Mordlust in dessen Augen aufblitzte.

2. Aller Anfang ist schwer

David Finchers Regiedebüt glich einem Himmelfahrtskommando: Fox hatte schon ein halbes dutzend Drehbücher für “Alien 3” in Auftrag gegeben und bei Drehbeginn noch immer kein fertiges Exemplar. Das Studio hatte explizit nach einem formbaren Greenhorn auf dem Regiestuhl gefahndet und fand den Musikvideo-Produzenten Fincher. Der Visionär bestand darauf, Sigourney Weaver kahlzuscheren, um den Bruch zu den vorangegangenen Teilen der Sci-Fi-Saga optisch zu untermauern. Am Set entbrannten in der Folge heftige Dispute mit den Verantwortlichen, sodass konzentriertes Arbeiten unmöglich wurde. Der anschließende Flop an den Kinokassen war damit vorprogrammiert.

3. Pragmatismus siegt

Der zweite Schuss musste sitzen, war aber auch nicht frei von Unzulänglichkeiten: Die Dreharbeiten zu “Se7en” mussten innerhalb von 55 Tagen abgeschlossen werden. Hollywoods Top-Riege hatte den Stoff abgelehnt, weil der Plot zu düster erschien. David Fincher entschied sich, im sonnigen LA zu drehen, um Spaceys Figur noch dämonischer und dunkler wirken zu lassen. Nun positionierte sich ausgerechnet zu Drehbeginn eine massive Schlechtwetterfront über Kalifornien. Das Studio wollte das Projekt verschieben, doch Fincher nutzte das diffuse Licht und den einsetzenden Dauerregen, um eine ganz bedrückende Atmosphäre zu kreieren, die letztlich zu seinem Markenzeichen werden sollte.

4. Ein moderner Hitchcock

Steven Soderbergh wird seinerseits eine gewisse zwanghafte Arbeitsweise nachgesagt. So nahm er Finchers Einladung nur zu gerne an, um dem Kollegen bei der Postproduktion von “Panic Room” über die Schulter zu schauen. Die dort zutage tretende Detailversessenheit zehrte indessen schon bald gewaltig an Stevens Nervenkostüm. Als David bei der Betrachtung einer Einstellung darauf hinwies, dass die Ausleuchtung in der oberen linken Ecke um 25 % zu hell ausfällt, musste Soderbergh erst mal frische Luft schnappen. Langjährige Hollywood-Beobachter erinnern sich dabei unwirklich an die Geschichten über Alfred Hitchcock, der Umstehende mit seiner Arbeitsweise reihenweise an den Rand des Wahnsinns bugsierte.

5. Time to say Goodbye

Fincher unterschrieb 2013 einen Exklusiv-Vertrag bei Netflix und verlängerte diesen mehrfach. Als Begründung gab er des Öfteren an, dass die Hollywood-Studios inzwischen fast ausschließlich Blockbuster produzieren und das Autorenkino sträflich vernachlässigen. Nie formulierte er seine Ansichten deutlicher, als bei der Kritik zum oscarprämierten “Joker”: Der Film zementiere den Niedergang der Filmkunst und sei Verrat an psychisch Kranken. Unter diesen Umständen sieht David Fincher keinen Anlass, auf die große Bühne zurückzukehren.

Biografie über David Fincher

Anfänge und Eintritt in die Filmbranche

David Fincher wurde am 28. August 1962 in Denver, Colorado, geboren und wuchs in Marin County, Kalifornien, auf. Schon in jungen Jahren entwickelte er eine Leidenschaft für das Geschichtenerzählen und den Film. In seiner Jugend drehte er Filme mit einer 8mm-Kamera und arbeitete in einer örtlichen TV-Station. Nach seinem Abschluss am Ashland High School in Oregon begann Fincher seine professionelle Laufbahn bei Korty Films und später bei Industrial Light & Magic, George Lucas’ bahnbrechendem Spezialeffekt-Unternehmen.

Karrierebeginn und Musikvideos

Fincher verließ Industrial Light & Magic 1984, um Regie bei Werbespots und Musikvideos zu führen. In diesem Bereich wurde er schnell bekannt und wurde mit mehreren MTV Video Music Awards ausgezeichnet, darunter für Madonna’s “Express Yourself” und “Vogue”. Seine Arbeit in der Musikvideo-Branche ermöglichte ihm den Einstieg in die Filmindustrie.

Hollywood-Erfolg und Durchbruch

Sein Regiedebüt im Spielfilmbereich hatte Fincher 1992 mit “Alien 3”. Trotz des kommerziellen Erfolges war das Projekt von Produktionsschwierigkeiten geplagt, was Fincher eine wertvolle Lektion in Sachen Studioeinmischung lehrte. Er setzte seine Karriere jedoch fort und erreichte 1995 mit “Se7en” einen kritischen und kommerziellen Durchbruch. Der düstere Thriller, der Brad Pitt und Morgan Freeman in den Hauptrollen zeigte, wurde zum Kultfilm und etablierte Fincher als einen der führenden Regisseure seiner Generation.

Zusammenarbeit mit namhaften Schauspielern und Autoren

Fincher hat im Laufe seiner Karriere mit einigen der größten Stars und Drehbuchautoren der Filmbranche zusammengearbeitet. Nach “Se7en” arbeitete er erneut mit Brad Pitt in “Fight Club” zusammen, einem weiteren Kultfilm, der zwar zunächst gemischte Kritiken erhielt, aber im Laufe der Zeit eine treue Anhängerschaft gewonnen hat. Er hat auch mehrfach mit Schauspieler Jesse Eisenberg und dem Drehbuchautor Aaron Sorkin zusammengearbeitet, darunter für den Erfolgsfilm “The Social Network”, der 2010 veröffentlicht wurde und für den Fincher eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie erhielt.

Privatleben und Einfluss

Im Privatleben ist Fincher als zurückhaltend und medienscheu bekannt. Er hat zweimal geheiratet und hat eine Tochter aus seiner ersten Ehe. Trotz seiner Scheu vor dem Rampenlicht ist sein Einfluss auf das Filmemachen unbestreitbar. Sein detailorientierter, fast obsessiver Ansatz bei der Regie hat zu einigen der visuell beeindruckendsten und erzählerisch packendsten Filme der letzten Jahrzehnte geführt.

Spätere Karriere und anhaltender Erfolg

2020 führte er Regie bei “Mank”, einem Biopic über den “Citizen Kane”-Autor Herman J. Mankiewicz. Der Film, der Gary Oldman in der Hauptrolle zeigt, erhielt positive Kritiken und führte zu mehreren Oscar-Nominierungen, darunter für die Beste Regie.

Außerdem hat Fincher den Sprung in das Medium Fernsehen geschafft, wo er als ausführender Produzent und Regisseur für die Netflix-Serie “Mindhunter” tätig ist. Die Serie, die das Profiling von Serienmördern durch das FBI untersucht, wurde sowohl vom Publikum als auch von den Kritikern gut aufgenommen und gilt als weiterer Beweis für Finchers Fähigkeit, spannende und visuell ansprechende Geschichten zu erzählen.

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