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Quoyle (Kevin Spacey) fristet ein trauriges Dasein als einsamer Außenseiter. Als er die flippige Petal (Cate Blanchett) kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Er heiratet sie und muss sich schon bald um seine Tochter Bunny kümmern. Wenige Jahre später hat Petal genug vom häuslichen Leben, macht sich aus dem Staub und kommt bei einem Unfall ums Leben. Indes zieht Quoyle mit seiner Tochter auf Bitten seiner Tante Agnis (Judi Dench) nach Neufundland. In der rauen Umgebung findet sich Quole zunächst kaum zurecht, entdeckt jedoch in Kindergärtnerin Wavy (Julianne Moore) einen neuen Schwarm.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Ohne um den heißen Brei zu reden: Wüsste man nicht, dass Lasse Hallström bei „Schiffsmeldungen“ auf dem Regie-Stuhl gesessen hat, müsste man eben genau dieses vermuten. Die Verfilmung von E. Annie Proulx’ vielfach ausgezeichneten gleichnamigen Roman ist nämlich in noch vielfacherer Hinsicht ein typischer Hallström. Anfangen beim sympathischen Außenseiter-Protagonisten bis hin zur melancholisch nachwirkenden Spätromantik-Atmosphäre weist „Schiffsmeldungen“ alle Merkmale auf, die den schwedischen Filmemacher zum Experten für herzerwärmendes Hollywood-Kino werden ließen.

Im Vergleich mit Produktionen wie etwa „Chocolat“ hat die tragikomische Romanze um den vom Leben gebeutelten Quoyle allerdings einen entscheidenden Vorteil. Anders als die meisten Werke Hallströms verfügt „Schiffsmeldungen“ nämlich über eine zu keinem Zeitpunkt schmalzige Dramaturgie und profitiert in weiten Teilen von der außerordentlichen Qualität der Romanvorlage. Zudem verleiht Kevin Spacey seiner Figur die nötige Selbstironie, welche insbesondere in den humoristischen Szenen für erfrischende Leichtigkeit sorgt. Durchaus etwas überraschend ist „Schiffsmeldungen“ daher ein ganz heißer Tipp für alle Cineasten, die sich für vergnügliches Hollywood-Kino mit Herz interessieren.

Obwohl „Adaption“ von Spike Jonze mit „Schiffsmeldungen“ in Sachen Dramaturgie und Inszenierung in etwa so viel gemeinsam hat wie ein Apfel mit einer Birne, bleibt festzuhalten, dass Kevin Spaceys Quoyle auf sonderbare Art und Weise verwandt mit Nicolas Cages Charlie Kaufmann erscheint. Zustimmung? Entgegnung? Kommentare sind gern willkommen.


Daten:

USA 2001, 106 Minuten, FSK: 12
Regie: Lasse Hallström
Genre: Drama | Romanze
Darsteller: Kevin Spacey, Julianne Moore, Judi Dench, uvm.


Für Fans von:

Chocolat, Als das Meer verschwand, Open Range – Weites Land


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 6,7 von 10
moviepilot.de: 6,0 von 10
Filmstarts.de: 3,5 von 5


Filmzitate:

„Das Haus ist traurig. Ihr solltet es frei lassen.“

„Du bist ein Quayle!“

„Mein Grossvater war 16 als er starb.“



Auszeichnungen:

  • Eine Nominierung bei den Golden Globe Awards 2002
  • Zwei Nominierungen bei den British Academy Film Awards 2002
  • Zwei Nominierungen bei den Broadcast Film Critics Association Awards 2002



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Weitere Filme von Lasse Hallström (Auszug):

1993: Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa
1999: Gottes Werk und Teufels Beitrag
2000: Chocolat – Ein kleiner Biss genügt
2009: Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft
2010: Das Leuchten der Stille
2011: Lachsfischen im Jemen