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Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) ist Chefredakteur der Modezeitschrift Elle und steht mit beiden Beinen im Leben. Als er während eines Ausflugs einen Schlaganfall erleidet, fällt er ins Koma und bleibt nach seinem Erwachen gelähmt – einzig das linke Augenlid kann er noch bewegen. Die Logopädin Henriette Durand (Marie-Josée Croze) entwickelt ein System, das die Kommunikation mit Jean-Dominique ermöglicht. In tiefe Depression gefallen, weigert sich der in sich selbst Gefangene zunächst, sein neues Leben anzunehmen. Doch bald fasst er den Entschluss, einen Roman über sein Leben und Schicksal zu verfassen.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Die Vorstellung, in einem beinahe vollständig gelähmten Körper gefangen zu sein, dürfte für die meisten Menschen keine besonders angenehme sein. Somit tragen vor allem die ersten 30 Minuten des Films nicht wenig Potenzial in sich, den einen oder anderen Zuschauer zu verschrecken. Denn etwa das erste Viertel von „Schmetterling und Taucherglocke“ ist aus der Sicht des gelähmten Bauby erzählt. Allein mit Erzählstimme, dem klug inszenierten Zwinkern des Augenlids und zuweilen absurd anmutenden Krankenbesuchen entwickelt der Film eine einzigartige klaustrophobische Atmosphäre, die es in dieser Art und Weise noch nicht im Kino zu bestaunen gab.

Zwar öffnet sich der Film im Verlauf einer herkömmlicheren Inszenierung, verliert dabei allerdings nichts von seiner verstörenden Wirkung. Dass Bauby sein Schicksal letztendlich annimmt und es in kreative Energie umwandelt, hat dabei im Übrigen nichts mit einem klischeebehafteten Happy End zu tun. Regisseur Julian Schnabel hat die wahre Geschichte des Jean-Dominique Bauby nämlich mit allem nötigen Respekt behandelt.

Trotz des verstörenden Sujets ist „Schmetterling und Taucherglocke“ kein düsterer Film. Die lebensbejahenden Aspekte stehen im Vordergrund und können auch nicht dadurch getrübt werden, dass Bauby kurz nach dem Erscheinen seines Romans stirbt. Wer es hingegen eine Ecke härter will, dem sei darüber hinaus „Johnny zieht in den Krieg“ von Dalton Trumbo empfohlen, der sich eine vergleichbare Voraussetzung zu Nutze macht, um die surrealen Abgründe der Menschlichkeit zu entfesseln. Einem ganz „speziellen“ Filmabend dürfte daher nichts mehr im Wege stehen.


Daten:

Frankreich, USA 2007, 112 Minuten, FSK: 16
Regie: Julian Schnabel
Genre: Biographie | Drama
Darsteller: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, uvm.


Für Fans von:

Das Meer in mir, Mein Leben ohne micht, Erbsen auf Halb 6


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,1 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviepilot.de: 8,5 von 10


Filmzitate:

„Sie leiden an etwas, das nennt sich Locked-in-Syndrom.“

„Nur durch die Phantasie und meine Erinnerung kann ich meiner Taucherglocke entkommen.“

„Ich habe das Gefühl mein Leben war nichts anderes als eine Aneinanderreihung kleiner Fehlschläge.“

„War ich blind und taub zu gleich oder brauchte ich erst ein Unglück, um mir über meine wahre Natur klar zu werden?“



Auszeichnungen:

  • Nominierungen bei der Oscarverleihung 2008 in 4 Kategorien
  • Golden Globe 2008 in der Kategorie Beste Regie und der Film als Bester fremdsprachiger Film
  • Julian Schnabel gewann 2007 den Preis für Beste Regie bei den Internationalen Filmfestspiele von Cannes
  • Gilde-Filmpreis 2008 in der Kategorie Ausländischer Film



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Weitere Filme von Julian Schnabel:

1996: Basquiat
2000: Before Night Falls
2007: Lou Reed’s Berlin
2010: Miral