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Grace (Brie Larson) arbeitet als Betreuerin in einer sozialen Einrichtung für Jugendliche. Sie engagiert sich für die Rehabilitation der Bewohner und versucht zudem, ihre Beziehung mit ihrem Freund Mason (John Gallagher Jr.) aufrechtzuerhalten. Als die verstörte Jayden (Kaitlyn Dever) zur Wohngruppe stößt, nimmt Grace sie unter ihre Fittiche. Dabei fühlt sich sie sich zunehmend an ihre eigene schwierige Kindheit erinnert und zieht sich immer mehr von Mason zurück. Als sie schließlich schwanger wird, gerät bald ihr eigenes Leben aus den Fugen.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Möchte man etwas über die Wesensunterschiede zwischen dem US-amerikanischen und dem deutschen Kino herausfinden, hilft ein Blick auf den jeweiligen Independentfilm. Drückt man einem deutschen Nachwuchsregisseur ein überschaubares Produktionsbudget in die Hand, steht am Ende zumeist ein von langen, starren Einstellungen geprägter Kunstfilm zu Buche, der sich die individuellen, inneren Abgründe der Hauptfigur zum Thema macht – gerne mit abwegig-sexuellen Tendenzen. Ein US-amerikanischer Jung-Regisseur dreht mit der gleichen Menge an Budget hingegen eher ein dynamisches Sozialdrama, in dem junge Amerikaner den Weg ins eigenständige Leben suchen. In diesem Sinne ist Destin Daniel Crettons „Short Term 12“ also das Prachtexemplar eines modernen US-Independentfilms.

In (durchaus gewöhnungsbedürften) unruhigen Bildern erzählt Cretton die Geschichte seiner jungen, von Problemen gebeutelten Protagonisten, ohne dabei auch nur einen Hauch von Sozialkitsch zu versprühen. „Short Term 12“ ist ehrliches, modernes Independentkino, das in seinen besten Momenten die Intimität einer persönlichen Dokumentation erreicht. Hauptdarstellerin Brie Larson agiert schlichtweg grandios und erinnert mit ihrem differenzierten Spiel etwa an Ellen Page in „Juno“ oder Jennifer Lawrence in „Winter’s Bone“. Wir können Crettons kleines Meisterwerk daher nur allen Cineasten empfehlen, die sich für ehrliches, junges Kino begeistern können und abseits des Mainstreams eine echte Entdeckung machen wollen, ohne dabei auf deutsches Kopfkino zurückgreifen zu müssen.

Gut zu wissen: Crettons zweiter Spielfilm, „The Glass Castle“, geht 2017 in den deutschen Kinos an den Start!


Daten:

USA 2013, 96 Minuten, FSK: 12
Regie: Destin Cretton
Genre: Drama
Darsteller: Brie Larson, John Gallagher Jr., Stephanie Beatriz, uvm.


Für Fans von:

Her, Boyhood, Birdman


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8.0 von 10
moviepilot.de: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 5,0 von 5