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Sophie (Julia Jentsch) und ihr Bruder Hans (Fabian Hinrichs) gehören zum Widerstand während der Nazi-Diktatur. Bei einer Flugblattaktion werden sie verhaftet und in der Folge von der Gestapo in Person von Robert Mohr (Alexander Held) verhört. Innerhalb des Verhörs legt Sophie ihre humanistisch geprägten Ansichten dar, während Mohr rechtspopulistische Meinungen vertritt, die er selbst nicht zu glauben scheint. Letztendlich beharrt Sophie auf ihren Idealen und wird von einem NS-Gericht zum Tode verurteilt. Gemeinsam mit ihrem Bruder & weiteren Widerstandskämpfern wird Sophie Scholl am 22.02.1943 hingerichtet.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Zwar ging Marc Rothemunds Lehrstück bei der Oscarverleihung 2006 leer aus, allerdings muss das ja nicht unbedingt etwas heißen. „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ gehört nämlich zweifellos zu den besten deutsche Filmen des vergangenen Jahrzehnts und beansprucht in vielerlei Hinsicht eine Sonderrolle. Denn von alle Filmen, die sich in der jüngeren Vergangenheit mit der Aufarbeitung deutscher Geschichte beschäftigt haben, ist Rothemunds Film angesichts der Inszenierung bei weitem der mutigste. Denn ohne sich auf effekthascherisches Gutmensch-Pathos zu verlassen, besteht der Film zu einem Großteil aus beherrschten Dialogen, die den klaren Menschenverstand der Verblendung des NS-Regimes gegenüberstellen.

Dabei überzeugt vor allem Alexander Helds Darstellung des zwiegespaltenen Gestapo-Manns Mohr, der zwischen auswendig gelernten Nazi-Parolen durchaus Anflüge von Menschlichkeit durchscheinen lässt – ohne sich aber seiner Gestapo-Rolle zu entledigen. Wer etwas mit zeitgeschichtlicher Aufarbeitung auf höchstem Niveau anfangen kann, der kann getrost zu „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ greifen. Angesichts der Dialoglastigkeit könnte das Werk dem einen oder anderen allerdings schnell zu anstrengend werden.

Gemeinsam mit „Der Untergang“ und „Das Leben der Anderen“ bildete der Film Mitte des vergangenen Jahrzehnts die Speerspitze des modernen deutschen Films. Zwar hat dieses Trio nicht unbedingt dazu beigetragen, die immer noch währende Identitätskrise des deutschen Kinos zu beenden, doch immerhin dürfte zumindest das politische Bewusstsein des ein oder anderen Cineasten geschärft worden sein. Und das ist wahrlich keine tadelnswerte Leistung.


Daten:

Deutschland 2005, 116 Minuten, FSK: 12
Regie: Marc Rothemund
Genre: Biographie | Krimi | Drama | Geschichte | Krieg
Darsteller: Julia Jentsch, Fabian Hinrichs, Gerald Alexander Held, uvm.


Für Fans von:

Der Pianist, Der Baader Meinhof Komplex


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviepilot.de: 6,6 von 10


Filmzitate:

„Ich weiß deswegen genau, dass kein Mensch, gleichgültig unter welchen Bedingungen, berechtigt ist, ein Urteil zu fällen, das allein Gott vorbehalten ist.“

„Heute hängt ihr uns, morgen werdet ihr es sein.“

„Mein Bruder und ich haben versucht, mit den Flugblättern den Menschen die Augen zu öffnen und das furchtbare Blutbad an anderen Völkern und den Juden früher zu beenden, als es ohnehin von den Alliierten beendet wird.“

„Was wir gesagt und geschrieben haben, denken ja so viele, nur wagen sie nicht, es auszusprechen“



Auszeichnungen:

  • Internationale Filmfestspiele Berlin 2005: Silberner Bär für die Beste Regie
  • Deutscher Filmpreis 2005: Bester Spielfilm in Silber
  • Europäischer Filmpreis 2005: Beste Schauspielerin: Julia Jentsch



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Weitere Filme von Marc Rothemund:

1998: Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter
2000: Harte Jungs
2001: Die Hoffnung stirbt zuletzt
2007: Pornorama
2010: Groupies bleiben nicht zum Frühstück