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Theater-Regisseur Caden Cotard (Philip Seymour Hofman) leidet unter den Problemen mit seiner Ehefrau und fühlt sich zunehmend zur quirligen Hazel (Samantha Morton) hingezogen. Beruflich kann sich Cotard allerdings kaum beschweren. Nach dem Gewinn eines stattlichen Preisgeldes kann er sich seinen Traum erfüllen und die Umsetzung eines „wahren“ Theaterstückes in Angriff nehmen. Er mietet eine riesige Halle, lässt Teile New Yorks nachbauen und versucht, das normale Leben als monumentale Theatervorführung zu inszenieren. Doch spätestens als er einen Schauspieler engagiert, der seine Rolle übernehmen soll, läuft das Projekt aus dem Ruder.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Als Drehbuch-Autor von Filmen wie „Being John Malkovich“ oder „Adaption“ hat Charlie Kaufman längst sein Faible für skurril angelegte Geschichten bewiesen, die nicht zuletzt im existenziell-doppelbödigen Spiel mit Sehgewohnheiten und Zuschauererwartungen ihr unverwechselbares Markenzeichen entwickeln konnten. Dass Kaufman mit seinem Regie-Debüt „Synecdoche, New York“ auf artverwandten Pfaden wandelt, bleibt demnach schlichtweg konsequent. Allerdings betritt der New Yorker speziell im letzten Drittel seines Kino-Erstlings ein Terrain, das durchaus als Neuland bezeichnet werden kann.

Wenn Protagonist Cotard nämlich die Kontrolle über sein episches Theaterstück zu verlieren beginnt und die von ihm engagierten Schauspieler sein eigenes Treiben in die Aufführung integrieren, nimmt „Synecdoche, New York“ ein selbstreflexives Niveau an, das die vergnüglichen Meta-Spitzen aus „Being John Malkovich“ und „Adaption“ mit Leichtigkeit pulverisiert und nicht alle Film-Freunde begeistern dürfte. Im Gegensatz zu früheren Kaufman-Werken entwickelt der Film nämlich einen wesentlich komplexeren Charakter und funktioniert in letzter Grundsätzlichkeit nur noch bedingt als unbekümmert-skurriler Hollywood-Streifen. „Synecdoche, New York“ wendet sich fraglos mehr an eine kleinere Gruppe von Cineasten, die miterleben wollen, was geschieht, wenn Kaufman sich selbst zu Ende denkt – mit allen dazugehörigen Konsequenzen.

Obwohl „Synecdoche, New York“ Zeit seines Erscheinens – wie bereits hergeleitet – an den Kino-Kassen floppte, lässt sich Charlie Kaufman nicht beirren und setzt seine Regie-Karriere fort. Fans des eigenwilligen Film-Verrückten können sich demnach darauf freuen, dass noch so manche außerordentliche Filmperle das Licht der Kinowelt erblicken wird.


Daten:

USA 2008, 124 Minuten, FSK: 16
Regie: Charlie Kaufman
Genre: Drama
Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Samantha Morton, uvm.


Für Fans von:

A Serious Man, Barton Fink, Being John Malkovich


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,2 von 10
moviepilot.de: 7,3 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Es ist eine wichtige Entscheidung wie man sterben will.“

„Ich bin nur wirklich in Sorge, dass ich im Feuer sterbe.“

„Ich will, dass du mich auf Knien anbettelst um einen Kuss – nur zum Spaß.“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei den Independent Spirit Awards 2009
  • Eine Nominierung bei den Filmfestspielen von Cannes 2008



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Charlie Kaufman:

2013: Frank or Francis