htxvLcSnOU0
Bewerte diesen Film
schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,51 von 10 (156x bewertet)
Loading...

Ed Crane (Billy Bob Thornton) lebt ein unauffälliges Leben als Friseur in einer amerikanischen Kleinstadt in den 1940er Jahren. Doch als er sich auf ein Geschäft mit dem zwielichtigen Creighton Tolliver (Jon Polito) einlässt, gerät Cranes beschauliches Dasein aus den Fugen. Um sich das Startkapital zu beschaffen, wird er zum Erpresser seines Bosses Big Dave (James Gandolfini), den er in der Folge in Notwehr ersticht. Wird zunächst Cranes Frau (Frances McDormand) für den Mord angeklagt, ist es bald Crane selbst, der vor Gericht steht.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wäre Ed Crane ein einfacher Friseur geblieben, dann wäre ihm zwar viel Kummer und Leid erspart worden, den Zuschauern wäre allerdings ein schwarz-humoriges Glanzstück entgangen. Denn wie Crane sich Stück für Stück sein eigenes Grab schaufelt und von einem (mal selbstverschuldeten, mal zufälligen) Unglück ins nächste gerät, ist in vielerlei Hinsicht geradezu ein Genuss. Denn neben einer Vielzahl von grandios aufgelegten Schauspielern (u.a. noch Scarlett Johansson in einer kuriosen Nebenrolle) hat der in schwarz-weiß gehaltene Film einen originellen Plot zu bieten, der sich Coen-typisch zwischen Karikatur und Drama bewegt. Die Anleihen in Sachen Charakterzeichnung beim Film noir sind zwar unzweifelhaft, gehen allerdings bei der Fülle der skurrilen Figuren etwas unter. Doch „The Man Who Wasn’t There“ versteht sich auch nicht so sehr als bloße Satire, sondern nimmt seine Charaktere in ihrem Unglück ernst und überlässt es letztendlich dem Zuschauer selbst, das Genre für sich zu bestimmen.

Coen-Filme wie der moderne Klassiker „Fargo“ oder der Oscar-prämierte „No Country for Old Men“ gehören zur Filmhistorie wie Brando als Vito Corleone. „The Man Who Wasn’t There“ allerdings führt unter all den großen Filmen des Brüderpaares ein Schattendasein, den man selbst als ausgemachter Coen-Fan oftmals nicht auf der Rechnung hat. Und dabei gehört der Film zu den tatsächlichen Perlen im Gesamtwerk der Brüder, den sich niemand entgehen lassen sollte, der ab und wann auch einmal einen guten Film sehen will.


Daten:

USA 2001, 112 Minuten, FSK: 12
Regie: Joel Coen
Genre: Krimi | Drama
Darsteller: Billy Bob Thornton, Frances McDormand, Michael Badalucco, uvm.


Für Fans von:

Coffee and Cigarettes, Dead Man, Down by Law, Barton Fink


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,7 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5
moviepilot.de: 7,6 von 10


Filmzitate:

„Ich wählte von allen Bewerbern denjenigen, der beim Einstellungsgespräch am wenigsten redete. Später stellte sich heraus, dass er nur aus Nervosität so still gewesen war.“

„Je genauer man etwas betrachtet, desto weniger weiß man.“

„Das Leben hat mir schlechte Karten gegeben aber vielleicht hab ich sie auch nur falsch gespielt, ich weiß es nicht.“

„Ich, ich rede nicht viel ich schneide nur die Haare.“



Auszeichnungen:

  • Regiepreis für Joel Coen bei den internationalen Filmfestspiele von Cannes 2001
  • BAFTA-Award für den Kameramann Roger Deakins



The Man Who Wasn’t There bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Ethan und Joel Coen (Auszug):

1990: Miller’s Crossing
1991: Barton Fink
1994: Hudsucker – Der große Sprung
1996: Fargo
1998: The Big Lebowski
2004: Ladykillers
2007: No Country for Old Men
2008: Burn After Reading
2009: A Serious Man