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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,10 von 10 (20x bewertet)
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Nach dem Zweiten Weltkrieg leidet Veteran Freddie (Joaquin Phoenix) unter einem Kriegstrauma und kann seine Aggressionsausbrüche kaum unter Kontrolle halten. Schließlich trifft er auf den intellektuellen Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman), der im Begriff ist, seine eigene Religion mit Namen „Der Ursprung“ zu gründen. Freddie findet Halt in den Ideen Dodds und schließt sich ihm an. Dodd wiederum lässt sich von Freddie inspirieren und nimmt ihn unter seine Fittiche. Doch schon bald kommen Freddie Zweifel, ob sein Mentor tatsächlich am Heil der Menschen um ihn herum interessiert ist.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Auch wenn die Anleihen bei Scientology unverkennbar sind, begreift sich „The Master“ nicht als unmittelbare Dokumentation der Anfänge einer bekanntlich durchaus streitbaren religiösen Bewegung. Ohnehin geht es Regisseur Paul Thomas Anderson nicht um äußere Strukturen. Denn ähnlich wie beim Vorgänger-Film „There Will Be Blood“ dient der sinngebende Rahmen lediglich als Stützkorsett eines brillanten Zwei-Personen-Stückes. So wie beim selbstzerstörerischen Duell zwischen Daniel Plainview und Eli Sunday die Ölfelder im Grunde bloße Staffage bilden, interessiert sich in gleicher Weise „The Master“ nicht für Inhalte der von Lancaster Dodd ausgerufenen Kirche. Im Fokus allein steht die Beziehung zweier unterschiedlichster Menschen, die schier auf befremdliche Art und Weise aufeinander angewiesen scheinen.

Dabei ist der Film zwangsläufig von der Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern abhängig – und gewinnt auf ganzer Linie. Neben dem brillant agierenden Philip Seymour Hoffman (mit an „Capote“ erinnernden Allüren) ist es dabei insbesondere der geradezu überwältigend leidenschaftlich auftretende Joaquin Phoenix, der den Großteil der Szenen für sich einnimmt und bleibenden Eindruck hinterlassen dürfte. Wir sagen also: Kein Drama für Zartbesaitete! Aber für alle, die Paul Thomas Andersons unmittelbaren Nachfolger zu „There Will Be Blood“ erleben wollen, der in seiner inneren Komplexität noch einen Schritt tiefer in die menschlichen Abgründe eindringt und in seiner Figurenzeichnung das absolute Maximum definiert, was das moderne Hollywood zu bieten hat. Schlichtweg: Grandios!


Daten:

USA 2012, 137 Minuten, FSK: 12
Regie: Paul Thomas Anderson
Genre: Drama
Darsteller: Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, uvm.


Für Fans von:

Das Versprechen eines Lebens, There Will Be Blood


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.1 von 10
moviepilot.de: 7.4 von 10
Filmstarts.de: 4.0 von 5


Auszeichnungen:

  • Drei Auszeichnungen bei dem Filmfestival von Venedig 2012



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Weitere Filme von Paul Thomas Anderson:

1997: Boogie Nights
1999: Magnolia
2002: Punch-Drunk Love
2007: There Will Be Blood
2014: Inherent Vice – Natürliche Mängel