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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,08 von 10 (252x bewertet)
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Als der 73-jährige Alvin Straight (Richard Farnsworth) erfährt, dass sein Bruder Lyle (Harry Dean Stanton) einen Schlaganfall erlitten hat, ergreift er die Gelegenheit, ihn nach Jahren des Schweigens endlich wieder einmal zu besuchen. Doch Straight besitzt weder einen Führerschein, noch will er sich von seiner Tochter Rose (Sissy Spacek) die gut 400 Kilometer fahren lassen. Schließlich begibt er sich auf seinem Rasenmäher auf die abenteuerliche Reise zu seinem Bruder, die ihn mit jedem passierten Ort, mit jeder neuen Bekanntschaft jedoch vor allem sich selbst Stück für Stück näher bringt.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wer die verstörenden Filme „Lost Highway“, „Mulholland Drive“ oder „Eraserhead“ von David Lynch gesehen hat, der wird wohl erst auf den zweiten Blick glauben, dass „The Straight Story“ auch wirklich vom Meister der surrealen Bilderkunst gedreht wurde. Die tragikomische Geschichte des durchaus ernst gemeinten Rentner-Road-Trips passt nämlich so gar nicht in das von unheilvoller Finsternis geprägte Gesamtwerk David Lynchs. Denn „The Straight Story“ führt in gemächlichstem Tempo vorbei an unendlichen, blendenden Weizenfeldern, die die ungewöhnliche Reise des Alvin Straight in stummer Ruhe an sich vorbei ziehen lassen – hier ist ganz bestimmt kein Platz für surrealen Horror mit Rammstein-Untermalung.

Und dennoch gewinnt der Zuschauer schnell den Eindruck, dass Lynch keinen Fehler mit diesem Film begangen hat. Denn die bildgewordene Langsamkeit des Seins erreicht geradezu meditative Züge, die sich in keiner Weise mit Langeweile vergleichen lässt. Alvin Straights Reise ist im Grunde nämlich aufregender und ereignisvoller als es jeder rasante Road-Trip sein könnte – für den Protagonisten wie für das Publikum.

„The Straight Story“ gehört zu jenen Filmen, die wahrlich nicht für einen ausgelassenen Film-Abend unter Freunden geeignet sind. Das womöglich gar interessanteste Werk von David Lynch verdient nämlich volle Aufmerksamkeit und kann erst seine volle Wirkung entfalten, wenn man sich auf das Erzähltempo und die leisen Zwischentöne der Geschichte einlässt. Und für interessierte Cineasten gehört der Film zweifellos ohnehin zum Pflichtprogramm.


Daten:

USA 1999, 108 Minuten, FSK 0
Regie: David Lynch
Genre: Abenteuer | Biographie | Drama
Darsteller: Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Harry Dean Stanton, uvm.


Für Fans von:

Lang lebe Ned Devine!, Zimt und Koriander


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviepilot.de: 8,1 von 10


Filmzitate:

„Teufel nochmal, das ist Alvin und er fährt auf seinem Rasenmäher!“

„Und was ist das schlimmste am Altwerden, Alvin?“ – „Das schlimmste am Altwerden ist die Erinnerung an die Jugend!“

„Als meine Kinder noch klein waren, hab ich immer ein Spiel mit ihnen gespielt. Ich hab ihnen einen Stock in die Hand gedrückt, jedem einen. Und dann sollten sie ihn durchbrechen, was natürlich leicht ging. Und dann gab ich ihnen die selben Stöke in einem Bündel, und den sollten sie auch durchbrechen, was natürlich nicht ging. Dann sagte ich ihnen, dieses Bündel ist die Familie…“



Auszeichnungen:

  • 1999: Goldene Palme für David Lynch beim Film Festival in Cannes
  • 2000: Auszeichnung beim Independent Spirit Award in der Kategorie Best Male Lead



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von David Lynch (Auszug):

1997: Lost Highway
2001: Mulholland Drive
2006: Inland Empire
2007: More Things That Happened
2010: Lady Blue Shanghai
2011: The 3 Rs