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Als Rancher Melquiades Estrada seine Ziegenherde vor Kojoten beschützen will, feuert er einen Warnschuss ab und ruft den in der Nähe befindlichen Grenzpolizisten Mike Norton (Barry Pepper) auf den Plan, der Estrada in vermeintlicher Notwehr erschießt. Nachdem Norton seinen Irrtum bemerkt hat, verschart er die Leiche und geht seines Weges. Allerdings gelingt es dem wortkargen Pete (Tommy Lee Jones), die Tat zu rekonstruieren. Er entführt Norton und zwingt ihn, die Leiche auszugraben. Zu „dritt“ machen sie sich auf den Weg in das Heimatdorf Estradas – und werden vom Sheriff verfolgt.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wenn altgediente Hollywood-Schauspieler plötzlich das Verlangen packt, das Fach, nämlich auf den Regie-Stuhl zu wechseln, dann ist ein argwöhnisches Zähneknirschen nicht weit. Schließlich sind zweigleisige Glanz-Karrieren à la Eastwood eher die Ausnahme und bilden die dünne Spitze des Talent-Eisberges im filmaffinen Westen der USA. Es dürfte daher nur die wenigsten überraschen, dass eine Vielzahl von Kritikern und Cineasten im Vorfeld der Veröffentlichung von „The Three Burials of Melquiades Estrada“ mit zumindest skeptischen Mienen aufwarteten. Eine rundweg unbegründete Skepsis, wie sich schon bald herausstellen sollte.

Jones’ Film gehört nämlich den zu großen kleinen Entdeckungen des vergangenen Jahrzehnts und gilt bis zum heutigen Tage als Geheimtipp. Atmosphärisch in der Nähe von reiferen Coen-Werken wie „True Grit“ oder „No Country for Old Men“ funktioniert „TTBoME“ vordergründig als Drama, vereint in der Vielzahl der skurril-witzigen Figuren allerdings Elemente einer tragikomischen Satire. Dabei dürften insbesondere die lakonisch-absurden Wortgefechte zwischen Jones und Pepper in Erinnerung bleiben und bilden neben den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen so etwas wie das stilbildende Fundament des großartig inszenierten Neo-Western-Dramas. Wir können daher nicht nur Freunden der späten Coens empfehlen, Tommy Lee Jones’ Kino-Debüt einen genaueren Blick zu widmen.

Auch wenn erwähnt werden muss, dass eine Vielzahl der unbestreitbaren Qualitäten von „TTBoME“ auf das Konto von Drehbuchautor Guillermo Arriaga gehen, warten Cineasten weltweit gespannt darauf, wann sich Tommy Lee Jones abermals auf den Regie-Stuhl schwingt. Von argwöhnischem Zähneknirschen ist nämlich weit und breit nichts mehr zu hören.


Daten:

USA, Frankreich 2005, 117 Minuten, FSK: 12
Regie: Tommy Lee Jones
Genre: Adventure | Crime | Drama | Mystery | Western
Darsteller: Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio Cedillo, uvm.


Für Fans von:

Im Tal von Elah, Blood Simple, Seraphim Falls


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,4 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Auszeichnungen:

  • zwei Auszeichnungen bei den Filmfestspielen von Cannes 2005
  • eine Nominierung für die Goldene Palme
  • eine Auszeichnung beim International Film Festival Ghent 2005



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Weitere Filme von Tommy Lee Jones:

2011: The Sunset Limited
2013: The Homesman