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Der 14-jährige Maik Klingenberg (Tristan Göbel) steht vor trostlosen Sommerferien. Während sich sein Vater mit einer Assistentin vergnügt und seine Mutter mit ihrer Alkoholabhängigkeit zu kämpfen hat, wird Maik von seinen Mitschülern auch in den Ferien gemieden. Durch Zufall begegnet er seinem neuen Mitschüler Andrej „Tschick“ Tschichatschow, der seinen Großvater in der Walachei besuchen will. Tschick lädt Maik ein, ihn auf seiner Reise zu begleiten. In einem klapprigen Lada machen sich die beiden schließlich auf den Weg in ein waghalsiges Abenteuer, das so manche Überraschung für sie bereithält.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Kenner von Fatih Akins Filmographie werden sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Denn auch wenn Akin nicht für das Drehbuch von „Tschick“ verantwortlich zeichnet, erinnert die Coming-of-Age-Tragikomödie in so mancher Hinsicht an Akins Road-Movie „Im Juli“ von 2000. Da beide Filme eine spezielle sommerliche Leichtigkeit verbindet, scheint es gar, als habe sich Akin mit „Tschick“ bewusst an den Anfängen seiner Regie-Karriere orientiert, um seinen jugendlichen Protagonisten das Gefühl des Aufbruchs nachempfinden zu können. Visuell vereint beide Filme zudem ein farbenprächtiges Setting, das in seiner bunten Vielfalt teils unwirkliche Züge trägt.

Dennoch ist Akin mit „Tschick“ ein wesentlich größeres Risiko eingegangen. Denn während in „Im Juli“ die Schauspielgrößen Moritz Bleibtreu und Christiane Paul das Filmkind gewissermaßen selbstredend schaukeln, stehen Tristan Göbel und Anand Batbileg erst am Anfang ihrer Karriere. Dementsprechend unbedarft gehen die Jungschauspieler zu Werke und lassen den Road-Trip auf erfrischende Art authentisch wirken. Dass dabei nicht jede Szene funktioniert und Dialogzeilen hin und wieder etwas befremdlich anmuten, nehmen wir entspannt in Kauf und freuen uns über einen unterhaltsamen Coming-of-Age-Film, der eine sommerlich-leichte Atmosphäre versprüht, die Akin seit „Im Juli“ nicht mehr auf die große Leinwand gezaubert hat. Wir sagen: Für alle Kinoliebhaber ein absolutes Muss!

Wie bereits erwähnt, entstammt das Drehbuch nicht aus Akins Feder, sondern basiert auf Wolfgang Herrndorfs gleichnamigen (großartigen) Roman. Die Leseratten unter den Filmfans können sich demnach gleich doppelt freuen.



Daten:

GER 2016, 95 Minuten, FSK: 12
Regie: Fatih Akin
Genre: Tragikomödie | Road-Movie
Darsteller: Tristan Göbel, Anand Batbileg, Mercedes Müller, uvm.


Für Fans von:

Auf der anderen Seite, Im Juli, Ein Freund von mir


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.2 von 10
moviepilot.de: 7.0 von 10
Filmstarts.de: 3.3 von 5


Auszeichnungen:

  • Eine Nominierung beim Bayerischen Filmpreis.
  • Eine Auszeichnung beim Preis der deutschen Filmkritik.



Weitere Filme von Fatih Akin:

2000: Im Juli
2004: Gegen die Wand
2007: Auf der anderen Seite
2009: Soul Kitchen
2014: The Cut