HX_pO-lpGrc
Bewerte diesen Film
schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,07 von 10 (106x bewertet)
Loading...

Tsotsi (Presley Chweneyagae) fristet sein Dasein als Gangster in einem Slum vor den Toren Johannesburgs. Bei seinen Überfällen schreckt er weder vor brutalen Übergriffen noch vor Mord zurück. Selbst seinem Komplizen Boston verwickelt er in eine blutige Schlägerei. Als er eine junge Frau überfällt und ihren Wagen stiehlt, bemerkt er kurze Zeit darauf ein kleines Baby auf dem Rücksitz. Er beschließt, das Kind an sich zu nehmen und versteckt es in seiner Hütte. Doch Tsotsi versteht es nicht, das Baby angemessen zu behandeln und sucht – auf seine ganz eigene Art – Hilfe.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Es soll ja nicht wenige Cineasten geben, die „Tsotsi“ – ohne den Film je gesehen zu haben – für einen südafrikanischen Ableger von „City of God“ halten. Und tatsächlich bieten vor allem die ersten Minuten, in denen die Hauptfigur anmutet, wie frisch aus Cidade de Deus importiert, durchaus Anlass, eng gefasste Parallelen zu Fernando Meirelles’ brasilianisch-französischen Welterfolg zu ziehen. Der Protagonist tritt nämlich ähnlich brutal, ähnlich gewissenlos und ähnlich unreflektiert auf wie Meirelles’ Mini-Gangster und gehört fraglos zu den rücksichtslosesten Gesellen, die im vergangenen Jahrzehnt auf der großen Kinoleinwand ihre Waffe auf einen Unschuldigen gerichtet haben. Dennoch schlägt „Tsotsi“ nach etwa einem Drittel der Spielzeit eine gänzlich andere Richtung als „City of God“ ein und entwickelt sich zu einer psychologischen Studie eines Einzelnen, der sich im Angesichte eines unerwartet aufgefundenen Kleinkindes dem Verlust seiner Unschuld und damit seiner existenziellen Probleme bewusst wird.

Zum Glück für alle Cineasten verwandelt sich der Film allerdings zu keinem Zeitpunkt in ein übersentimentales Rührstück, was angesichts der Plotentwicklung durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Vielmehr unternimmt Gavin Hoods Film den fraglos nicht unproblematischen Versuch, den charakterlichen Änderungswillen der Hauptfigur so plausibel wie nur möglich darzustellen. Und das gelingt – mit minimalen Abstrichen zum Ende hin – mehr als eindrucksvoll.

„Tsotsi“ wurde Zeit seines Erscheinens mit Preisen überhäuft und konnte im Jahre 2006 u. a. den Oscar für den besten ausländischen Film einheimsen. Dass sich die Produktion dabei gegen eindrucksvolle Filme wie „Paradise Now“ oder „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ durchsetzen konnte, sollte letzte Cineasten endgültig aufhorchen lassen.


Daten:

USA 2005, 94 Minuten, FSK: 12
Regie: Gavin Hood
Genre: Krimi | Drama
Darsteller: Presley Chweneyagae, Mothusi Magano, Israel Makoe, uvm.


Für Fans von:

Slumdog Millionär, Hotel Ruanda, Auf der anderen Seite


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,3 von 10
moviepilot.de: 7,2 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Auszeichnungen:

  • Publikumspreis bei dem Toronto Film Festival 2005
  • Publikumspreis bei dem Edinburgh Film Festival 2005
  • Eine Nominierung bei den Golden Globe Awards 2006



Tsotsi bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Gavin Hood:

1998: The Storekeeper
1999: A Reasonable Man
2001: W pustyni i w puszczy
2004: U-Boat
2007: Machtlos
2009: X-Men Origins: Wolverine