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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,00 von 10 (27x bewertet)
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Im totalitär geprägten Rumänien der 1980er Jahre beraten die Studentinnen Otilia (Anamaria Marinca) und Gãbita (Laura Vasiliu), was zu unternehmen ist. Gãbita ist nämlich schwanger und spielt mit dem Gedanken, eine bei Strafe illegale Abtreibung vornehmen zu lassen. Schließlich kontaktieren die beiden einen gewissen Herrn Bebe (Vlad Ivanov), der die Abtreibung unter Geheimhaltung vornehmen soll. Bei der Vorbereitung des Eingriffs fühlen sich die beiden Frauen bei Herrn Bebe zunächst gut aufgehoben. Doch bald begreifen sie, dass der Engelmacher sie in der Hand hat und verlangen kann, was er will.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Auch wenn Regisseur und Drehbuchautor Cristian Mungiu darauf verzichtet, explizite Verweise auf das rumänische Regime unter Diktator Nicolae Ceausescu anzuführen, ist „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ ein Film von unmissverständlicher politischer Tragweite. Die Leiden der beiden Hauptfiguren stehen dabei stellvertretend für die Leiden mehrerer rumänischer Generationen, die unter Ceausescu eines Großteiles ihrer Persönlichkeitsrechte beraubt wurden. Für sich genommen, bleibt das Drama jedoch ein kleiner, gewissermaßen intimer Film, der sich verschiedenster Stilelemente des Kammerspiels bedient und im späteren Verlauf vornehmlich die ambivalente Figur des Herrn Bebe in den Mittelpunkt stellt. Denn so wie Otilia und Gãbita auf die illegale Hilfe des Engelmachers angewiesen sind, so begeben sie sich in eine unheilvolle Abhängigkeit, die letztlich zwangläufig ins Unglück führen muss.

Und dank der in den besten Szenen klaustrophobischen Inszenierung mittendrin: der Zuschauer. Beinahe schon unerträglich nahe lässt Mungiu nämlich das Publikum an seine von Marinca, Vasiliu und Ivanov eindrucksvoll verkörperten Figuren heran und erzeugt in graumelierten Einstellungen ein Bild der trostlosen Hoffnungslosigkeit, das wohl auch erfahrenen Cineasten durch Mark und Bein gehen dürfte. Letztlich ist „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ also nicht zwangsweise ein Werk für politisch interessierte Cineasten, sondern vor allem ein eindringlich inszeniertes Drama, das sich aufgrund seiner existenziellen Wucht ins Bewusstsein eines jeden Film-Fans brennen wird.


Daten:

Rumänien 2007, 113 Minuten, FSK: 16
Regie: Cristian Mungiu
Genre: Drama
Darsteller: Anamaria Marinca, Laura Vasiliu, Vlad Ivanov, uvm.


Für Fans von:

Das Meer in mir, Nader und Simin – Eine Trennung


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,9 von 10
moviepilot.de: 7,5 von 10
Filmstarts.de: 4,0 von 5


Auszeichnungen:

  • Der Film gewann den Hauptpreis – Goldene Palme – bei den Filmfestspielen von Cannes 2007
  • Zwei Auszeichnungen und zwei weitere Nominierungen beim Europäischen Filmpreis 2007



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Cristian Mungiu:

2002: Okzident
2005: Lost and Found
2009: Amintiri din Epoca de Aur
2012: Jenseits der Hügel