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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 6,89 von 10 (101x bewertet)
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Ein junger Mann (Wiley Wiggins) befindet sich inmitten eines Traumes und trifft auf unterschiedlichste Figuren (u. a. Ethan Hawke), die über verschiedenste Themen diskutieren. Dabei stehen vornehmlich existenzielle Motive im Vordergrund, über die sich die Personen mal in Monologen, mal in Dialogen auslassen und somit zu Kommentatoren des Traumes werden. Zunehmend stellt sich der Protagonist die Frage, was Träumen eigentlich bedeutet und versucht, in Interaktion mit seiner selbst erdachten Umwelt zu treten.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wie bereits Filme wie „The Man from Earth“ beweisen, tragen Werke, die sich den existenziellen Strukturen des menschlichen Denkens widmen, unbändiges Potenzial in sich, für polarisierende Diskussionen zu sorgen. Richard Linklaters „Waking Life“ gehört fraglos zu genau jenen Filmen, macht seinen außerordentlichen Anspruch allerdings noch sehr viel früher deutlich als die Vielzahl der Genre-Kollegen. Bevor sich Cineasten überhaupt mit der philosophischen Reflexion beschäftigen können, muss sich der Zuschauer nämlich erst einmal mit der gewöhnungsbedürftigen Optik des Films auseinandersetzen.

Die digital überarbeiteten Real-Sequenzen schwappen nämlich nur so in den Bildern umher und erinnern nur entfernt an den wesentlich konservativeren Rotoskopie-Einsatz in Linklaters späteren Film „A Scanner Darkly“. Wenn sich die in ihren Proportionen verzerrten Protagonisten im Vordergrund unterhalten und sich gleichzeitig etwa der Vorgarten im Hintergrund fließend selbstständig macht, dürften nicht wenige Cineasten entweder – von Motion Sickness gequält – das Weite suchen oder gleich wutbürgerlich einen Beschwerdebrief aufsetzen. Um überhaupt zum (streitbaren) philosophischen Kern des Films durchzudringen, muss demnach erst einmal das eigene Gleichgewichtsempfinden unter Kontrolle gebracht werden. Ist das allerdings vollbracht, erwartet den Zuschauer ein Film-Unikat, über das sich herrlich streiten lässt und das man kaum jemals wieder vergisst.

Richard Linklater steht wahrlich nicht im Verdacht, ein Filmemacher wie jeder andere zu sein. Wer Gefallen am digitalen Meta-Traum von „Waking Life“ findet, der sollte sich demnach eingehender mit der Filmografie des Texaners beschäftigen und kann sich schon mal auf weitere eigenwillige Film-Perlen einstellen.


Daten:

USA 2001, 99 Minuten, FSK: 12
Regie: Richard Linklater
Genre: Zeichentrick | Drama
Darsteller: Trevor Jack Brooks, Lorelei Linklater, Wiley Wiggins, uvm.


Für Fans von:

Persepolis, Waltz with Bashir, The Fall


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,4 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Bester Experimenteller Film bei National Society of Film Critics Awards
  • Eine Nominierung bei den Online Film Critics Society Awards
  • Bestenr Animationsfilm bei den New York Film Critics Circle Awards



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Richard Linklater (Auszug):

1995: Before Sunrise
2003: School of Rock
2004: Before Sunset
2006: A Scanner Darkly
2008: Ich und Orson Welles
2011: Bernie