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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,86 von 10 (258x bewertet)
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Ari Folman hat die Gräueltaten des Libanonkrieges 1982 am eigenen Leibe erlebt. Auf Seiten der israelischen Truppen war er im Libanon stationiert und berichtet nun von seinen Erlebnissen. Kombiniert mit Erinnerungen anderer involvierter Personen entsteht das Bild eines entmenschlichten Raums, in dem nichts anderes als Tod und Schrecken existieren kann. Gemeinsam mit Reporter Ron Ben-Yishai gelingt es Folman, Erinnerungslücken zu schließen und seinen persönlichen Albtraum des Libanonkrieges aufzuarbeiten. In Traumsequenzen kommt das ganze Ausmaß seiner in Verwirrung geratenen Seele zum Vorschein.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Um ganz vorne anzufangen: „Waltz with Bashir“ ist kein üblicher animierter Spielfilm – ein reiner Dokumentarfilm aber auch nicht. Vielmehr vermischen sich faktenbasierte Episoden mit surreal angehauchten Traumsequenzen, in denen Regisseur Ari Folman seinem persönlichen Albtraum Ausdruck verleiht. Und überhaupt nimmt es sich der Film nicht vor, ein rein objektives Bild des Libanonkrieges zu zeichnen, vielmehr stehen die subjektiven Erinnerungen von Soldaten und anderen Kriegsteilnehmern im Vordergrund. Und um in der Mitte weiter zu machen: Auch visuell ist „Waltz with Bashir“ nicht ohne weiteres einer Schublade zuzuordnen. Denn trotz Comic-Look und reduzierten Bewegungen innerhalb der Einstellungen vermittelt der Film ein durchaus realistisches Bild seiner Welt und erinnert in visueller Hinsicht mit Abstrichen an Filme wie etwa „A Scanner Darkly“. Doch anstatt mit der Rotoskopie-Methode zu arbeiten, wurde „Waltz with Bashir“ tatsächlich animiert und gilt als erster animierter dokumentarischer Film in Spielfilmlänge.

Um zum Ende zu kommen: „Waltz with Bashir“ ist in vielerlei Hinsicht kein Film für jedermann. Denn bereits das Sujet dürfte so manchen Film-Freund verschrecken, zumal es keiner handelsüblichen Geschichte zu folgen gilt. Die gewöhnungsbedürftige Art der Animation dürfte dann auch den letzten halbinteressierten Kino-Gänger in die Flucht schlagen. Demnach dürfte dieses kleine Meisterwerk allein den wirklichen Cineasten vorbehalten bleiben, die spätestens mit dem zweiten Blick erkennen sollten, dass Ari Folmans Film etwas ganz Besonderes in der heutigen Filmlandschaft darstellt.


Daten:

Israel, Frankreich, Deutschland 2008, 87 Minuten, FSK: 12
Regie: Ari Folman
Genre: Zeichentrick | Biographie | Drama | Krieg


Für Fans von:

Persepolis, Mary & Max, Der fantastische Mr. Fox, Der Pianist


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 8,0 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Nominierung bei der Oscarverleihung 2009 als bester nichtenglischsprachiger Film
  • 2009 erhielt der Film den französischen César als bester ausländischer Film



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Weitere Filme von Ari Folman:

1991: Comfortably Numb
1996: Saint Clara
2001: Made in Israel