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Nach den Anschlägen vom 11. September wird CIA-Agentin Maya (Jessica Chastain) nach Pakistan abkommandiert. Gemeinsam mit Kollege Dan (Jason Clarke) soll sie Hinweise auf den Aufenthaltsort von Osama bin Laden ausfindig machen, der als Drahtzieher des Terrors angesehen wird. Während Dan nicht davor zurückschreckt, Foltermethoden anzuwenden, um Informationen von Gefangenen zu erhalten, steht Maya der Vorgehensweise zunächst skeptisch gegenüber. Doch schon bald sieht sie ein, dass moralische Grenzen überschritten werden müssen, um den meistgesuchten Terroristen der Welt aufspüren zu können. Bald wird die Suche zur Obsession – und zunehmend lebensgefährlich.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Stellt sich die Frage nach der politischen Relevanz von „Zero Dark Thirty“, ist ein zögerndes Schulterzucken nicht weit. Denn unabhängig davon, dass die exakten Umstände von 9/11 samt anschließender Osama-bin-Laden-Jagd wohl auf ewig im nebelgrauen Schleier staatsdienender Propaganda und fragwürdiger Verschwörungstheorien undefinierbar bleiben, hat es sich Regisseurin Kathryn Bigelow erst gar nicht zur Aufgabe gemacht, einen Spielfilm mit dokumentarischen Ansprüchen zu fertigen. Von der ersten Minute an sollte also jedem Cineasten klar werden: „Zero Dark Thirty“ geht es vorrangig um spannungsvolle Plot-Wendungen, virtuos inszenierte Actionsequenzen und nicht zuletzt um ein kleine Prise Feminismus.

Denn dass mit Jessica Chastain eine Frau ins Rennen geschickt wird, um dem Verbrecher-Prototyp des 21. Jahrhunderts auf die Spur zu kommen, ist im Genre des Action-Kinos selbst heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Somit funktioniert „Zero Dark Thirty“ als anspruchsvoller Action-Reißer, der sich – natürlich nicht uneigennützig – im durchaus streitbaren Fahrwasser des wohl größten US-amerikanischen Traumas der Moderne bewegt. Handwerklich gelangt Bigelow dabei an den Rand zur Perfektion und inszeniert die Hauptfiguren als moralisch ambivalente Entscheidungsträger, die sich auf der Jagd nach dem Schuldigen ihrerseits schuldig machen und trotz gesellschaftlich tolerierter Immunität am Ende ihre Menschlichkeit verlieren. Nach „The Hurt Locker“ geht Kathryn Bigelow gemeinsam mit Drehbuchautor Mark Boal also abermals über die Genre-Grenzen hinaus und verleiht der filmisch verfremdeten Suche nach Osama bin Laden eine tiefsinnig-moralische Dimension, die der Thematik – trotz aller offenen Fragen – schlichtweg zusteht.



Daten:

USA 2012, 157 Minuten, FSK: 16
Regie: Kathryn Bigelow
Genre: Drama | History | Thriller
Darsteller: Jessica Chastain, Jason Clarke, Joel Edgerton, uvm.


Für Fans von:

Babel, Von Löwen und Lämmern, Argo


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.4 von 10
moviepilot.de: 7.6 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei dem Boston Society of Film Critics Award 2012
  • Zwei Auszeichnungen bei dem National Board of Review Award 2012
  • Eine Auszeichnung und vier Nominierungen bei der Oscarverleihung 2012



Weitere Filme von Kathryn Bigelow:

1995: Strange Days
1998–1999: Homicide
2000: Das Gewicht des Wassers
2002: K-19 – Showdown in der Tiefe
2009: Tödliches Kommando – The Hurt Locker